JETZT LIVE
Politik1. November 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Steinmeier warnt vor KI-Gefahr

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Abschluss seiner China-Reise in Peking vor den Risiken von Künstlicher Intelligenz für die Demokratie gewarnt. Beim Thema Handelskonflikt zwischen Europa und China zeigte er sich vorsichtig optimistisch.

Steinmeier warnt vor KI-Gefahr

Foto: Wikimedia Commons / Ahmet Düz, Dreiländer- & Oberrheinfotograf, CC BY-SA 4.0

Frank-Walter Steinmeier hat zum Ende seiner China-Reise klare Worte zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz gefunden. Kurz vor dem Rückflug aus Peking betonte der Bundespräsident, dass die Technologie ohnehin komme – entscheidend sei nun, wie Politik und Gesellschaft sie gestalten. Mit Blick auf den Digitalgipfel der Bundesregierung, der am Montag in Berlin beginnt, rückte er KI als eine der großen Zukunftsfragen in den Mittelpunkt.

Europa soll bei KI nicht abgehängt werden

Steinmeier sieht die USA und China im weltweiten Technologiewettbewerb derzeit vor Europa. Trotzdem wirbt er für mehr Selbstbewusstsein in Deutschland und der EU. Gerade bei industriellen Anwendungen, etwa in Produktions- und Steuerungsprozessen, traut er deutschen Unternehmen viel zu. Für ihn ist deshalb klar: Wer bei Regeln für KI mitreden will, muss die Technik auch beherrschen. Ein grundsätzlicher Verzicht wäre aus seiner Sicht wirtschaftlich kaum zu verantworten.

  • Ort: Peking, zum Abschluss der China-Reise
  • Thema: Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz
  • Nächster Termin: Digitalgipfel ab Montag in Berlin

Sorge um Manipulation und Desinformation

Besonders kritisch blickt der Bundespräsident auf die möglichen Folgen für demokratische Gesellschaften. Schon heute seien soziale Netzwerke anfällig für gezielte Desinformation. Durch KI könnten manipulierte Bilder, Videos und Inhalte in Zukunft noch deutlich leichter und wirksamer verbreitet werden. Steinmeier warnt deshalb davor, dass Bürgerinnen und Bürger ihre eigenständige Urteilsfähigkeit verlieren könnten.

Im Gespräch mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping sei zudem deutlich geworden, dass auch dort der Bedarf an Kontrolle und Regeln gesehen werde. Steinmeier plädiert dafür, internationale Standards möglichst unter dem Dach der Vereinten Nationen zu entwickeln. Sein Kernpunkt: Die größte Gefahr von KI liege nicht zuerst in Fabriken oder Unternehmen, sondern dort, wo freie Meinungsbildung und demokratische Mündigkeit geschützt werden müssen.

Quelle: Tagesschau