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Politik29. Oktober 2026, 15:02 Uhr · von Redaktion

Putins Werbetour für Afrika

In Moskau läuft der dritte Russland-Afrika-Gipfel mit rund 20 Staats- und Regierungschefs. Präsident Wladimir Putin will Russland als starken Partner inszenieren, doch wirtschaftlich bleibt Moskau in Afrika deutlich hinter China und der EU zurück.

Putins Werbetour für Afrika

Foto: Wikimedia Commons / Пресс-служба Президента России, CC BY 4.0

In Moskau hat der dritte Russland-Afrika-Gipfel begonnen. Rund 20 Staats- und Regierungschefs aus Afrika sind zu Präsident Wladimir Putin gereist. Geplant sind eine Abschlusserklärung und ein Aktionsplan für die kommenden zwei Jahre. Auf dem Programm stehen Themen wie Handel, Nuklearenergie und Sicherheit.

Viel Symbolik, wenig wirtschaftliches Gewicht

Im Zentrum des Treffens steht aber offenbar vor allem die große Bühne. Russland will sich den afrikanischen Staaten als verlässlicher und starker Partner präsentieren. Die Bilder aus Moskau zeigen, wie sehr der Gipfel auf Wirkung angelegt ist: Der Empfang der Gäste wurde besonders aufwendig inszeniert, inklusive rotem Teppich bis an die Flugzeuge.

Gleichzeitig ist Russlands Stellung in Afrika laut der zitierten Einschätzung keineswegs unangefochten. In einer Umfrage aus knapp vierzig afrikanischen Staaten bewertete nur etwa ein Drittel der Befragten den russischen Einfluss auf das eigene Land positiv. Damit liegt Russland klar hinter China und Europa. Zuletzt dürfte das Image kaum besser geworden sein, auch wegen Fällen, in denen Menschen aus afrikanischen Ländern mit falschen Versprechen nach Russland gelockt wurden und später an der Front in der Ukraine landeten.

Stärker bei Waffen und Sicherheit

Wirtschaftlich bleibt Russland auf dem Kontinent ein eher kleiner Akteur. Das Handels- und Investitionsvolumen ist seit dem ersten Gipfel 2019 nur wenig gewachsen. Afrika handelt laut dem Bericht sowohl mit China als auch mit der EU mehr als zehnmal so viel wie mit Russland.

  • Handel: Russland spielt in Afrika nur eine begrenzte Rolle.
  • Sicherheit: Deutlich wichtiger ist Moskau als Waffenexporteur.
  • Militär: Das sogenannte Afrikakorps ist in mehreren Ländern präsent, besonders im Sahel.

Gerade im Sicherheitsbereich ist Russlands Einfluss also deutlich sichtbarer als in der Wirtschaft. Das gilt etwa für Länder wie Mali und Niger, wo die staatliche Nachfolgeorganisation der Wagnergruppe eng mit Regierungen verbunden ist. Der Gipfel in Moskau zeigt deshalb vor allem eines: Russland wirbt offensiv um Afrika, doch die Gäste treten dabei nicht einfach als Bittsteller auf.

Quelle: SRF