Putins Afrika-Plan im Check
Russland setzt in Afrika verstärkt auf neue Partner. Vor allem Ägypten und Algerien sind für den Kreml wichtig, doch mit rund 27 Milliarden Dollar Handelsvolumen bleibt Afrikas Anteil am russischen Außenhandel gering.

Russland richtet seinen Blick wegen des anhaltenden Konflikts mit dem Westen immer stärker auf Afrika. Der Kreml sucht dort politische Rückendeckung und neue wirtschaftliche Kontakte. Außenminister Sergej Lawrow ist in den vergangenen Jahren häufiger auf dem Kontinent unterwegs gewesen, in Moskau wird das als Rückkehr zu alten Beziehungen dargestellt.
Ägypten ist Moskaus wichtigster Partner
Besonders eng arbeitet Russland derzeit mit Staaten in Nordafrika zusammen. Nach Einschätzung von Experten sind Ägypten und Algerien die wichtigsten Partner des Kremls. Während Moskau auch Kontakte zu Ländern wie Tansania und Äthiopien ausbauen will, sind dort bislang keine größeren Erfolge sichtbar.
Vor allem Ägypten sticht heraus: Das bilaterale Handelsvolumen hat sich seit 2021 mehr als verdoppelt und lag 2025 laut russischem Zolldienst bei 10,5 Milliarden US-Dollar. Einen großen Anteil daran haben russische Getreidelieferungen, daneben spielen Produkte der Metallindustrie eine Rolle. Aus Ägypten kommen vor allem Obst und Gemüse nach Russland.
Viel Aufmerksamkeit, aber begrenztes Gewicht
Zur Zusammenarbeit gehören auch Investitionen. So baut Russland an der Mittelmeerküste in El-Dabaa ein großes Kernkraftwerk. Finanziert wird das Projekt durch einen russischen Kredit über 25 Milliarden US-Dollar, der den Großteil der Kosten decken soll. Experten sehen in Ägypten deshalb einen möglichen Zugang zu weiteren afrikanischen Märkten, verweisen aber zugleich darauf, dass Kairo eigene Interessen verfolgt.
- Dritter Russland-Afrika-Gipfel: 28. und 29. Oktober in Moskau
- Gesamter Handel Russland–Afrika 2025: rund 27 Milliarden US-Dollar
- Anteil Afrikas am russischen Außenhandel: 3,9 Prozent
Trotz der großen politischen Aufmerksamkeit bleibt die wirtschaftliche Bedeutung des Kontinents für Russland überschaubar. Nach Angaben des russischen Zolldienstes entfielen 2025 rund 39 Prozent des gesamten russisch-afrikanischen Handels allein auf Ägypten. Das zeigt: Moskau sucht in Afrika zwar sichtbar nach neuen Partnern, stützt sich dabei aber bislang auf nur wenige Staaten.
Quelle: DW Deutsch