Putin buhlt um Afrika
Beim dritten Afrika-Russland-Gipfel in Moskau waren 48 Delegationen vertreten. Für Wladimir Putin ist das ein wichtiges Signal: Russland will seinen Einfluss in Afrika trotz schwächerer Handelszahlen ausbauen.
Wladimir Putin hat in Moskau fast den gesamten afrikanischen Kontinent empfangen: Beim dritten Afrika-Russland-Gipfel waren nach russischen Angaben 48 Delegationen dabei, darunter mehr als 20 Staats- und Regierungschefs. Für den Kreml ist das vor allem eines: der sichtbare Beleg, dass Russland international weiter Partner findet.
Schon die Ankunft von Kenias Präsident William Ruto wurde demonstrativ in Szene gesetzt. Entlang der Fahrstrecke begrüßten Leuchtwände den Gast öffentlich, auch die anderen Delegationen wurden mit viel Symbolik empfangen. Die Botschaft des Treffens war klar: Moskau will sich in Afrika als verlässlicher Ansprechpartner präsentieren und seinen politischen Einfluss auf dem Kontinent ausbauen.
Russland setzt auf Weizen, Energie und Technik
Inhaltlich drehte sich der Gipfel um ein breites Paket aus Wirtschaft und Entwicklung. Auf der Agenda standen unter anderem Energie, Ernährung, Gesundheit, Bevölkerungswachstum und Künstliche Intelligenz. Putin stellte Russland dabei als Gegenmodell zu westlichen Staaten dar, denen er wirtschaftlichen Druck und Bevormundung vorwarf.
- 13 Millionen Tonnen Agrarprodukte gingen laut Putin in den ersten neun Monaten des Jahres nach Afrika.
- Diskutiert wurde auch ein mögliches logistisches Drehkreuz für Getreide in Ägypten.
- Beim Thema Energie wirbt Russland mit Öl, Gas und Unterstützung beim Aufbau eigener Produktion.
Vor allem bei Nahrungsmitteln kann Moskau punkten, weil Russland ein wichtiger Lieferant ist, besonders bei Weizen. Auch das Thema Energie stieß auf Interesse. Aus afrikanischer Sicht geht es dabei nicht nur um Importe, sondern um die Hoffnung, mit russischer Hilfe selbst stärker zu produzieren und weniger von europäischer Unterstützung abhängig zu sein.
Heikle Fragen bleiben außen vor
Auffällig ist aber auch, worüber in Moskau kaum gesprochen wurde. Die humanitäre Nahrungsmittelhilfe spielte keine große Rolle. Ebenso wenig stand im Mittelpunkt, dass der russische Angriffskrieg das Angebot an ukrainischem und russischem Getreide verringert und Preise steigen lassen hat. Wirtschaftlich bleibt Russland in Afrika hinter China und der EU zurück - politisch aber versucht der Kreml, mit solchen Gipfeln seine Rolle sichtbar zu stärken.
Quelle: Tagesschau