Lawrow sorgt für G-20-Eklat
Beim G-20-Treffen der Außenminister in Atlanta haben Streit über Russland und die Kriege in der Ukraine sowie im Nahen Osten das Treffen überschattet. Aus Protest gegen Sergej Lawrows Teilnahme fiel sogar das traditionelle Gruppenfoto aus.

Foto: Wikimedia Commons / Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres, CC BY 2.0
Das Treffen der G-20-Außenminister in Atlanta ist von massiven Spannungen geprägt worden. Eigentlich wollten die USA als Gastgeber vor allem über Handelsungleichgewichte sprechen und Unterstützung gegen Chinas Kontrolle über kritische Mineralien organisieren. Doch für viele Teilnehmer standen die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten klar im Mittelpunkt.
Für besonderen Zündstoff sorgte die Teilnahme von Sergej Lawrow. Der russische Außenminister löste so viel Widerstand aus, dass das traditionelle Gruppenfoto am Ende gestrichen wurde. Nach Angaben eines westlichen Diplomaten hatte sich rund ein Drittel der teilnehmenden Staaten dagegen ausgesprochen, mit Lawrow gemeinsam fotografiert zu werden. Genannt wurden dabei unter anderem Australien und Kanada.
Gruppenfoto gestrichen
Ein Vertreter der USA erklärte demnach, das Außenministerium habe das Foto bewusst von der Tagesordnung genommen, um ein öffentliches Spektakel oder eine Ablenkung zu vermeiden. US-Außenminister Marco Rubio rief die Delegationen zwar zu mehr Zusammenarbeit auf, die politischen Gräben blieben jedoch deutlich sichtbar.
- Streitpunkt: Russlands Rolle bei der G-20
- Hauptthemen vieler Staaten: Ukraine-Krieg und Nahost
- US-Fokus: Handel und kritische Mineralien
Blick auf den Gipfel im Dezember
Auch innerhalb des Westens zeigen sich Spannungen. Die europäischen G-20-Staaten unterstützen die Ukraine und lehnen jüngste Entscheidungen von US-Präsident Donald Trump zu Russland ab. Dazu zählen laut Bericht ein Abkommen zum Kauf von Diesel sowie die Aussetzung einiger Sanktionen. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kündigte an, sich für stärkere Hilfe für die Ukraine einzusetzen.
Das Ministertreffen gilt als wichtige Vorbereitung für den G-20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 14. und 15. Dezember in Miami. Zur G-20 gehören 19 Staaten sowie die Europäische Union und die Afrikanische Union. In Atlanta sollen nun bereits Entscheidungen vorbereitet werden, die beim Gipfel eine Rolle spielen könnten.
Quelle: ORF