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Politik30. Oktober 2026, 15:02 Uhr · von Redaktion

Hoffnungsschimmer in Oleschky

In der besetzten Frontstadt Oleschky hat die Evakuierung begonnen. Mehr als 750 Plätze in Bussen stehen bereit, während eine auf sechs Tage angelegte Feuerpause erstmals seit Tagen Hilfslieferungen ermöglicht.

Hoffnungsschimmer in Oleschky

Foto: ru:user:Gottinight / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

In der von Russland besetzten Frontstadt Oleschky hat am Freitag die Evakuierung von Zivilisten begonnen. Gleichzeitig liefen erstmals seit Tagen auch Hilfslieferungen an. Möglich wurde der Einsatz durch eine lokale Feuerpause, die nach Angaben beider Seiten bereits seit mehr als drei Tagen hält. Für die schwer getroffene Stadt ist das ein seltenes Signal der Entlastung.

Busse, Krankenwagen und Hilfsgüter

Vor Ort traten die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa und ihr ukrainischer Amtskollege Dmytro Lubinez gemeinsam vor die Presse. Beide kündigten Unterstützung für die Einwohner an. Bereitgestellt wurden 25 Busse mit mehr als 750 Plätzen, dazu kommen neun Krankenwagen für bettlägerige Menschen. Auch Haustiere dürfen in Käfigen mitgenommen werden.

  • Lebensmittel
  • Hygieneartikel
  • medizinische Versorgung
  • Treibstoff

Die Ausreisewilligen werden dabei in zwei Gruppen aufgeteilt: Menschen, die nach Russland oder in russisch besetzte Gebiete wollen, und solche, die in den von Kiew kontrollierten Teil der Ukraine ausreisen möchten. Wie viele Menschen tatsächlich in welche Richtung aufbrechen oder in Oleschky bleiben wollen, war zunächst unklar.

Stadt seit langem in Not

Oleschky liegt am Dnipro gegenüber von Cherson und war kurz nach Beginn der russischen Invasion eingenommen worden. Die Stadt gilt seit langem als schwer belastet: Nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms wurde sie 2023 überflutet, zuletzt fehlte es an Essen, Medikamenten, Strom, Gas und fließendem Wasser. Derzeit sollen noch rund 1.700 bis 2.000 Menschen dort ausharren – vor dem Krieg lebten etwa 24.000 Einwohner in der Stadt.

Vor Beginn der Hilfsaktion musste das Gebiet zunächst von Minen geräumt werden. Laut Lantratowa kamen dabei zwei Menschen ums Leben. Der ukrainische Regierungschef Serhij Korezkyj erklärte im Parlament in Kiew, die Route für Evakuierte in den ukrainisch kontrollierten Teil des Landes führe über Russland und Belarus weiter in die Regionen Kiew und Tschernihiw. Trotz der ungewöhnlichen Zusammenarbeit dämpfte der Kreml jedoch Hoffnungen, dass die Feuerpause als Modell für weitergehende Friedensschritte taugen könnte.

Quelle: ORF