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Politik28. Oktober 2026, 19:04 Uhr · von Redaktion

Gaspreis knackt 100-Euro-Marke

In Europa ist der Gaspreis am wichtigen Handelsplatz TTF erstmals seit 2022 wieder über 100 Euro pro Megawattstunde gestiegen. Auslöser sind die Krise rund um den Iran sowie deutlich schwächer gefüllte Gasspeicher.

Der europäische Gasmarkt steht erneut unter Druck: Am niederländischen Handelsplatz TTF, der für große Teile Europas als Richtwert gilt, kletterte der Preis für Erdgas am Mittwoch zeitweise auf mehr als 100 Euro pro Megawattstunde. Damit wurde erstmals seit 2022 wieder diese Marke überschritten. Anfang September hatte der Wert noch bei rund 70 Euro gelegen.

Krise im Nahen Osten treibt die Preise

Als Hauptgrund gilt die angespannte Lage rund um den Iran-Krieg. Laut Quelle belasten vor allem die Turbulenzen auf den Energiemärkten nach der Blockade der Straße von Hormus den weltweiten Gasfluss. Dadurch gelangt deutlich weniger Gas aus dem Nahen Osten auf den Markt – mit Folgen auch für Europa. Zusätzlich könnte sich die Lage weiter verschärfen: Dem „Wall Street Journal“ zufolge gibt es Hinweise auf mögliche neue militärische Schritte der USA und Israels gegen den Iran nach den US-Zwischenwahlen.

Speicher leerer, Winterrisiko steigt

Neben der geopolitischen Unsicherheit spielt auch die Versorgungslage in Europa eine Rolle. Die Gasspeicher sind aktuell schwächer gefüllt als im Vorjahr. Nach Daten der Plattform AGSI liegt der Füllstand in Europa bei knapp 75 Prozent, vor einem Jahr waren es noch knapp 83 Prozent. Für Österreich wurden 67,8 Prozent gemeldet, nach 84,1 Prozent im Vorjahreszeitraum.

  • Europa: knapp 75 Prozent Speicherfüllstand
  • Österreich: 67,8 Prozent
  • Vorjahr in Europa: knapp 83 Prozent

Das könnte zum Problem werden, wenn die Nachfrage im November anzieht. Laut „Handelsblatt“ deuten Wetterprognosen auf unterdurchschnittliche Temperaturen zu Monatsbeginn hin, zudem ist in der zweiten Monatshälfte ein möglicher Kälteeinbruch im Gespräch. Mehr Heizbedarf würde den ohnehin angespannten Markt zusätzlich belasten.

Für Haushalte kann das spürbar werden – allerdings nicht bei jedem Tarif sofort. Fixpreisverträge reagieren meist langsamer auf solche Ausschläge, während Floater-Tarife stärker am aktuellen Marktpreis hängen. Schon jetzt wird laut einem Analysten darüber gesprochen, ab welchem Preisniveau staatliche Eingriffe zur Dämpfung der Nachfrage wieder ein Thema werden könnten. Zum Vergleich: 2022 war Gas in Europa in der Spitze sogar auf fast 340 Euro pro Megawattstunde gestiegen.

Quelle: ORF