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Politik30. Oktober 2026, 07:00 Uhr · von Redaktion

EU und Kanada rücken zusammen

Beim Gipfel in Montreal ringen EU und Kanada noch um den Namen ihrer neuen Partnerschaft. Premier Mark Carney macht klar: Entscheidend sind konkrete Abkommen, die heute folgen sollen.

EU und Kanada rücken zusammen

Foto: Wikimedia Commons / G20 Argentina, CC BY 2.0

Beim EU-Kanada-Gipfel in Montreal geht es nicht nur um große geopolitische Ziele, sondern auch um eine erstaunlich heikle Frage: Wie soll die neue Partnerschaft eigentlich heißen? Inhaltlich wollen beide Seiten enger zusammenarbeiten, um als Mittelmächte mit ähnlichen Werten unabhängiger von Großmächten wie den USA oder China zu werden. Doch ausgerechnet beim Etikett gibt es Reibung.

Streit um den Namen

Ursula von der Leyen hatte Kanada eine „assoziierte Mitgliedschaft“ in Aussicht gestellt. Das sorgte in Europa jedoch für Widerstand, vor allem aus Berlin. Friedrich Merz hatte diesen Status bereits der Ukraine als Zwischenschritt in Richtung voller EU-Mitgliedschaft zugesagt. Für Kanada ist eine echte Mitgliedschaft schon aus geografischen Gründen kein Thema. Deshalb verschwand der Begriff zunächst aus dem Entwurf der Abschlusserklärung.

Trotzdem hielt die Kommissionspräsidentin in Montreal an ihrer Wortwahl fest und sprach weiter davon, Kanada könne das erste assoziierte Mitglied der EU werden. Parallel dazu warb der Kanzler für einen anderen Titel: „Allianz für die Zukunft“. In Kanada führte das zu Verwirrung, welcher Begriff nun tatsächlich gelten soll.

Carney will Ergebnisse statt Schlagworte

Kanadas Premier Mark Carney reagierte deutlich pragmatischer. Für ihn ist der Name zweitrangig, wichtiger seien konkrete Vorteile für die Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks. Am Ende versuchte Carney, beide Linien zusammenzuführen, indem er von einer neuen Allianz sprach, in der Kanada als assoziiertes Mitglied eingebunden sei.

  • Gipfelort: Montreal
  • Streitpunkt: Name der neuen Partnerschaft
  • Ziel: engere Zusammenarbeit zwischen EU und Kanada
  • Nächster Schritt: konkrete Vereinbarungen am zweiten Gipfeltag

Genau darum soll es nun am zweiten und letzten Gipfeltag gehen. Dann wollen beide Seiten nicht mehr nur über Begriffe sprechen, sondern greifbare Beschlüsse präsentieren. Aus kanadischer Sicht gehört dazu auch der Wunsch, sich am Erasmus-Programm zu beteiligen.

Quelle: Tagesschau