Ebola-Krise fordert 5.000 Leben
In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich Ebola weiter aus. Seit Mai starben dort mehr als 5.000 Menschen, mehr als 10.000 Infektionen wurden bestätigt.

Die Ebola-Lage in der Demokratischen Republik Kongo spitzt sich weiter zu. Nach offiziellen Angaben sind seit Mai 5.026 Menschen an dem Virus gestorben. Insgesamt wurden mindestens 10.351 Infektionen registriert. Damit liegt die Sterblichkeitsrate bei fast 50 Prozent. Ein Ende des Ausbruchs ist derzeit nicht absehbar.
Besonders hart trifft es den Osten des Landes, vor allem die Region Ituri. Dort konzentriert sich das Geschehen seit Monaten. Mehr als 1.000 Menschen werden aktuell von den Gesundheitsbehörden behandelt oder in Quarantäne beobachtet. 2.788 Patientinnen und Patienten gelten bislang als genesen. Fachleute gehen allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten höher liegt, weil der Ausbruch offenbar erst spät erkannt wurde.
Warum sich das Virus so schwer stoppen lässt
Verantwortlich ist der sogenannte Bundibugyo-Erreger, eine von sechs bekannten Ebola-Varianten. Das Virus kann durch infizierte Tiere und Menschen übertragen werden. Besonders riskant sind Körperflüssigkeiten, verunreinigte Gegenstände und unsachgemäße Bestattungen. Hinzu kommt: Die ersten Krankheitszeichen ähneln oft Malaria, weshalb Infektionen regelmäßig zu spät entdeckt werden.
- 5.026 Todesfälle seit Mai
- 10.351 bestätigte Infektionen
- Mehr als 1.000 Menschen in Behandlung oder Quarantäne
- 2.788 Genesene
Gewalt erschwert die Hilfe vor Ort
Die Bekämpfung des Ausbruchs wird nicht nur medizinisch zur Mammutaufgabe. Im Osten des Kongo behindern bewaffnete Konflikte und Unsicherheit die Einsätze zusätzlich. Dazu kommt Misstrauen in Teilen der Bevölkerung gegenüber staatlichen Stellen. Immer wieder kam es zu Angriffen auf Gesundheitspersonal und Einrichtungen. Erst vergangene Woche wurde eine Krankenschwester bei einem Einsatz nach einem Ebola-Verdacht getötet.
Trotz der dramatischen Zahlen gibt es zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer: Ein Impfstoff könnte perspektivisch helfen. Noch aber bleibt die Lage in Zentralafrika hochkritisch.
Quelle: Tagesschau