Trump verliert seine Basis
Kurz vor den US-Zwischenwahlen geraten die Republikaner laut Umfragen unter Druck. Besonders Wählergruppen, die Donald Trump 2024 zusätzlich ins Weiße Haus brachten, wenden sich nun wieder ab.

Für Donald Trump kommt der Stimmungsumschwung zur denkbar schlechtesten Zeit. Kurz vor den Midterms 2026 zeigen Umfragen, dass ausgerechnet jene Wählergruppen auf Distanz gehen, die ihm 2024 den entscheidenden Schub gegeben hatten. Damals gewann Trump nicht nur viele klassische republikanische Stammwähler, sondern holte auch Stimmen außerhalb des üblichen Parteimilieus.
Besonders neue Wähler sind enttäuscht
Nach Daten des Pew Research Center lag Trumps Zustimmung zu Beginn seiner zweiten Amtszeit im Februar 2025 noch bei 47 Prozent. Im Oktober 2026 sind es nur noch 30 Prozent. Damit ist ein großer Teil seiner damaligen Unterstützer abgesprungen. Besonders stark ist die Enttäuschung offenbar in den Gruppen, die Trump bei der Wahl 2024 zusätzlich mobilisieren konnte.
Bei seiner Rückkehr ins Weiße Haus profitierte Trump nicht nur von starker Unterstützung unter weißen Wählern außerhalb der Großstädte sowie unter konservativen und religiösen Milieus. Er legte auch bei Wählern zu, die traditionell nicht zum republikanischen Kern zählen. Dazu gehörten vor allem Latinos, in kleinerem Umfang auch Schwarze sowie junge Männer insgesamt.
- 2024 gewann Trump laut Quelle 77,3 Millionen Stimmen
- Das entsprach 49,7 Prozent der abgegebenen Stimmen
- Seine demokratische Gegnerin Kamala Harris kam auf 75 Millionen Stimmen
Republikaner vor den Midterms im Rückstand
Zwei Jahre später hat sich das Bild deutlich gedreht. In den Umfragen zu den Kongresswahlen liegen die Republikaner inzwischen hinter den Demokraten. Laut Pew wollen 36 Prozent der Befragten bei der Wahl zum Repräsentantenhaus einen republikanischen Kandidaten unterstützen, 44 Prozent einen demokratischen. 15 Prozent sind noch unentschlossen, fünf Prozent tendieren zu anderen, nicht parteigebundenen Bewerbern.
Für Trumps Partei ist das ein Warnsignal: Die sogenannte Trump-Koalition wirkt deutlich kleiner als noch 2024. Gerade weil der Präsident damals auch jenseits der republikanischen Stammwählerschaft punktete, wiegt der aktuelle Vertrauensverlust besonders schwer.
Quelle: Tagesschau