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Politik3. November 2026, 19:05 Uhr · von Redaktion

Streik alarmiert Tschechien

Beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen und Rundfunk in Tschechien hat es einen eintägigen Streik gegeben. Die Beschäftigten wehren sich gegen die geplante Abschaffung der Rundfunkgebühren und warnen vor einem Verlust ihrer Unabhängigkeit.

Streik alarmiert Tschechien

Foto: Wikimedia Commons / David Sedlecký, CC BY-SA 4.0

Beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen und Radio in Tschechien ist es am Dienstag zu einem eintägigen Streik gekommen. Betroffen waren das Tschechische Fernsehen CT und der Tschechische Rundfunk CRo. Hintergrund ist der Plan der Regierung, die bisherigen Rundfunkgebühren abzuschaffen und die Sender stattdessen direkt aus dem Staatshaushalt zu finanzieren.

Die Beschäftigten sehen darin eine ernste Gefahr für die redaktionelle Freiheit. Aus ihrer Sicht könnte eine Finanzierung über das Budget die Unabhängigkeit beider Medien schwächen. Beim Fernsehen zeigte sich der Protest auch on air: Nachrichtensprecher traten in schwarzer Kleidung auf, lasen Meldungen vom Papier und sendeten vor einem abgedunkelten Newsroom. In regelmäßigen Abständen wurde zudem auf den Arbeitskampf hingewiesen, danach liefen Archivsendungen.

Protest auch auf den Straßen

Nicht nur in den Studios und Redaktionen blieb der Konflikt sichtbar. Die Streikenden riefen auch zu Kundgebungen auf, denen sich viele Menschen anschlossen. Allein in der Prager Innenstadt versammelten sich am Nachmittag Tausende. Auch in Brünn, Ostrava und weiteren Städten gab es Demonstrationen. Unterstützung kam außerdem von Studierenden mehrerer Hochschulen.

  • Streik bei CT und CRo
  • Proteste in Prag und weiteren Städten
  • Solidarität von Studierenden

Regierung hält am Kurs fest

Regierungschef Andrej Babis weist die Kritik zurück. Nach seinen Angaben zielt die Reform nicht darauf ab, die öffentlich-rechtlichen Medien unter politischen Einfluss zu bringen. Er begründet die geplante Gebührenabschaffung vielmehr mit dem Ziel, Verschwendung zu vermeiden. Die Regierungsparteien haben die Gesetzesnovelle im Abgeordnetenhaus bereits in erster Lesung nach heftiger Debatte gebilligt.

Damit ist die Auseinandersetzung aber keineswegs beendet. Weitere Beratungen über das Vorhaben sind für Jänner angekündigt. Bis dahin dürfte der Streit um die Finanzierung von CT und CRo eines der umkämpftesten Medienthemen des Landes bleiben.

Quelle: ORF