JETZT LIVE
Politik3. November 2026, 19:03 Uhr · von Redaktion

Spanien reagiert nach Zugdrama

Nach dem tödlichen Zugunglück bei Urda mit 69 Toten verschärft Spanien die Sicherheitsregeln im Bahnverkehr. Die Regierung beschloss zudem ein Hilfspaket von 30 Millionen Euro für Opfer und Angehörige.

Spanien reagiert nach Zugdrama

Nach dem schweren Zugunglück nahe Urda zieht Spanien Konsequenzen: Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez hat ein Paket mit neuen Sicherheitsmaßnahmen für den Bahnverkehr beschlossen. Auslöser ist die Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge südlich von Madrid, bei der vor knapp einer Woche 69 Menschen starben. Zusätzlich wurde ein Hilfsfonds in Höhe von 30 Millionen Euro für Betroffene und Hinterbliebene freigegeben.

Das Unglück ereignete sich, als ein Zug der staatlichen Renfe auf einen stehenden Zug des privaten Betreibers Iryo auffuhr. Es war bereits das zweite schwere Zugunglück in Spanien innerhalb von nur neun Monaten. Schon im Januar kamen bei einem Zusammenstoß in Adamuz in Andalusien 46 Menschen ums Leben. Der Druck auf die Regierung ist deshalb entsprechend groß – auch politisch, denn die Opposition verlangt personelle Folgen.

Mehr Kontrolle auf der Strecke

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht diesmal vor allem der Ausfall des Zugsicherungssystems LZB sowie mögliche Fehler im Kontrollzentrum des Netzbetreibers Adif. Nach bisherigen Erkenntnissen soll es nach einer Störung des Leitsystems falsche Anweisungen gegeben haben. Verkehrsminister Óscar Puente kündigte deshalb mehrere Sofortmaßnahmen an.

  • Die Zahl der Züge zwischen Madrid und Sevilla wird vorerst reduziert.
  • Bei einem Ausfall des LZB-Systems muss künftig ein zweiter Mitarbeiter Anweisungen an Lokführer prüfen und bestätigen.
  • Die Kontrollzentren sollen personell verstärkt werden.
  • Auch die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten sollen verbessert werden.

Hilfen für Opfer und Angehörige

Neben den technischen und organisatorischen Änderungen geht es auch um Unterstützung für die Betroffenen. Das Hilfspaket umfasst direkte staatliche Hilfe, Vorschüsse auf spätere Entschädigungen und höhere Leistungen aus der gesetzlichen Fahrgastversicherung. Für Verletzte ist außerdem eine Sonderregelung bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit vorgesehen. Während die Unfallstrecke gesperrt bleibt, hat die Regierung zudem Preisobergrenzen für alternative Verkehrsmittel beschlossen, damit Reisende nicht auf überhöhten Kosten sitzen bleiben.

Inzwischen sind nach Regierungsangaben alle Todesopfer identifiziert: 40 Männer und 29 Frauen. Die Auswertung der geborgenen Fahrdatenschreiber soll nun weitere Antworten zur genauen Ursache des Unglücks liefern.

Quelle: Tagesschau