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Politik25. Oktober 2026, 15:00 Uhr · von Redaktion

Serbien wählt mit Rekordandrang

In Serbien hat die vorgezogene Parlamentswahl mit außergewöhnlich hoher Beteiligung begonnen. Rund 6,45 Millionen Menschen sind aufgerufen, über 250 Sitze und damit auch über die politische Zukunft von Aleksandar Vucic abzustimmen.

Serbien wählt mit Rekordandrang

Foto: See File history below for details / Wikimedia Commons, Public domain

In Serbien hat am Sonntag die vorgezogene Parlamentswahl begonnen – und schon am Vormittag wurde klar: Diese Abstimmung mobilisiert das Land wie lange nicht. Nach offiziellen Angaben sind rund 6,45 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, die 250 Abgeordneten der Volksversammlung zu bestimmen. Beobachter meldeten bereits in den ersten Stunden lange Schlangen vor vielen Wahllokalen, auch vor dem serbischen Konsulat in Wien warteten Menschen auf ihre Stimmabgabe.

Hohe Beteiligung schon am Vormittag

Die Zahlen deuten auf einen außergewöhnlich starken Andrang hin. Nach Angaben von CESID hatten bis 11.00 Uhr bereits 27,3 Prozent der Wahlberechtigten gewählt. Bei der letzten Parlamentswahl vor drei Jahren lag der Wert zur selben Zeit noch bei 15,1 Prozent. Auch die Beobachterorganisation CRTA sprach von einer sehr hohen Beteiligung: Bis 10.00 Uhr wurden 19,7 Prozent registriert – so viel wie zu diesem Zeitpunkt seit 2016 nicht mehr.

  • 250 Sitze im Parlament werden neu vergeben
  • Wahllokale sind bis 20.00 Uhr geöffnet
  • Aussagekräftige Teilergebnisse werden am späten Abend erwartet

Abstimmung über Vucics Zukunft

Politisch ist die Wahl eine Richtungsentscheidung. In Umfragen liegen die aus einer Protestbewegung hervorgegangene Studentenliste „Students Win“ und das von Ex-Präsident Aleksandar Vucic geführte Bündnis „Vereintes Serbien“ nahezu gleichauf. Für Vucic geht es darum, seinen seit 2012 prägenden Einfluss auf die Politik des Landes zu sichern. Er war Ende September als Staatspräsident zurückgetreten, um bei einem Wahlsieg das Amt des Regierungschefs zu übernehmen.

Die studentische Bewegung hat ihren Ursprung in den Protesten nach dem Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024, bei dem 16 Menschen starben. Kritiker machten damals Korruption und mangelnde Sorgfalt der Regierung verantwortlich. Die Wahl findet deshalb in gespannter Atmosphäre statt: Im Vorfeld gab es Vorwürfe von Einschüchterung und Druck auf Regierungsgegner. Zusätzlich appellierten kurz vor dem Urnengang Hunderte frühere und aktive Polizeikräfte an ihre Kolleginnen und Kollegen, sich am Wahltag und danach strikt an Recht und Gesetz zu halten.

Quelle: ORF