Neue Protestwelle in Europa
In mehreren europäischen Ländern sind erneut Tausende auf die Straße gegangen. Besonders in Frankreich gab es mit mehr als 1.300 Festnahmen wieder schwere Ausschreitungen, insgesamt meldeten Behörden aber weniger Gewalt als zuletzt.

In mehreren Ländern Europas haben am Wochenende erneut große Proteste stattgefunden. Die Themen ähneln sich vielerorts: steigende Lebenshaltungskosten, hohe Mieten und Korruption treiben Menschen auf die Straße. Obwohl die Behörden insgesamt von weniger Gewalt als am vergangenen Wochenende sprechen, kam es in mehreren Städten wieder zu teils heftigen Zusammenstößen.
Frankreich bleibt Brennpunkt
Am meisten eskalierte die Lage erneut in Frankreich. Nach Angaben des Innenministeriums wurden 1.314 Menschen festgenommen, zudem seien 53 Einsatzkräfte verletzt worden. Die Behörden meldeten 75 versuchte Brandstiftungen und 24 Plünderungen. Für das Wochenende waren landesweit 70.000 Polizeikräfte und Gendarmen mobilisiert worden, unterstützt von Wasserwerfern und gepanzerten Fahrzeugen.
Nach offiziellen Zahlen beteiligten sich rund 410.000 Menschen an den Protesten, davon etwa 110.000 in Paris. Die Gewerkschaft CGT nannte deutlich höhere Teilnehmerzahlen. Zu den seit Wochen demonstrierenden jungen Leuten, die eine bessere Ausstattung von Schulen fordern, kamen weitere Gruppen hinzu, die unter anderem gegen hohe Preise protestierten. In mehreren Städten galten Versammlungsverbote für einzelne Zonen sowie Ausgangssperren.
Auch in Italien Spannungen
Auch in Italien gingen Zehntausende Menschen auf die Straße. Eine Eskalation wie zuletzt in Mailand blieb diesmal zwar aus, ganz friedlich verlief der Tag aber nicht. Vor allem in Rom, Bologna und Turin kam es zu Auseinandersetzungen. Demonstrierende warfen unter anderem Flaschen und Feuerwerkskörper, die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein.
- Proteste in mehreren europäischen Ländern
- Hauptthemen: Lebenshaltungskosten, Mieten, Korruption
- Schwere Ausschreitungen besonders in Frankreich
- In Italien Zusammenstöße in mehreren Städten
Viele der meist jungen Demonstrierenden protestierten in Italien laut Bericht außerdem gegen Aufrüstung und gegen Israels Politik im Nahostkonflikt. Hunderte Menschen wurden dort vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen. Die Lage in Europa bleibt damit angespannt, auch wenn das Wochenende insgesamt etwas weniger gewaltsam verlief als das davor.
Quelle: Tagesschau