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Politik27. Oktober 2026, 15:00 Uhr · von Redaktion

Merz wirbt für Asien-Deal

Bundeskanzler Friedrich Merz hat in Singapur für deutlich engere Handelsbeziehungen zwischen Europa und Asien geworben. Im Mittelpunkt steht ein mögliches Abkommen der EU mit der Transpazifischen Partnerschaft mit fast 600 Millionen Menschen.

Merz wirbt für Asien-Deal

Foto: Wikimedia Commons / Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0

Bundeskanzler Friedrich Merz setzt auf seiner Asienreise ein klares Signal für mehr Freihandel. Bei einer Grundsatzrede in Singapur warb der CDU-Politiker für eine deutlich engere Zusammenarbeit zwischen Europa und dem Indo-Pazifik. Aus Sicht des Kanzlers braucht es angesichts einer brüchigen Weltordnung neue Partnerschaften in Handel, Sicherheit und Technologie.

Im Zentrum seiner Vorschläge steht ein möglicher großer Deal zwischen der EU und der Transpazifischen Partnerschaft (CPTPP). Dieses Bündnis wurde 2018 gegründet, um Handelsbarrieren zu senken, und umfasst zwölf Staaten auf fünf Kontinenten, darunter Kanada, Australien, Chile und Großbritannien. In den Mitgliedsländern leben fast 600 Millionen Menschen.

Großes Abkommen als Ziel

Merz sprach sich zudem dafür aus, bestehende und geplante Freihandelsabkommen der EU mit einzelnen Ländern stärker miteinander zu verknüpfen. Genannt wurden unter anderem Indonesien, die Philippinen, Indien, Australien und Malaysia. Nach seiner Einschätzung würde ein gemeinsames Abkommen mit der CPTPP besser zu den eng verflochtenen Liefer- und Produktionsketten passen. Europa und der Indo-Pazifik würden damit zusammen mehr als ein Drittel des Welthandels abdecken.

  • EU-Abkommen mit einzelnen Staaten sollen enger verzahnt werden
  • Langfristig nennt Merz auch ein Freihandelsabkommen zwischen EU und ASEAN als Ziel
  • Der ASEAN-Block umfasst elf Mitgliedstaaten mit fast 700 Millionen Einwohnern

Kontrapunkt zu Washington

In seiner Rede setzte der Kanzler damit auch einen politischen Akzent in Richtung USA. Merz machte deutlich, dass er Handelsbeschränkungen und neuen Nationalismus für den falschen Weg hält. Seine Linie: mehr offene Märkte und feste Regeln zwischen gleichberechtigten Partnern. Er verwies außerdem darauf, dass Europa zusammen mit ASEAN, Japan und Südkorea auch technologisch stärker werden könnte, etwa bei Künstlicher Intelligenz.

Konkrete Verhandlungen folgen aus dem Vorstoß allerdings noch nicht unmittelbar. Klar ist aber: Mit seinem Auftritt in Singapur versucht Merz, Deutschlands und Europas Rolle im asiatisch-pazifischen Raum sichtbarer zu machen — und der deutschen Wirtschaft neue Perspektiven zu eröffnen.

Quelle: Tagesschau