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Politik26. Oktober 2026, 07:03 Uhr · von Redaktion

Le Pen legt im Wahlkampf zu

Marine Le Pen ist mit Rückenwind in den französischen Präsidentschaftswahlkampf gestartet. Beim RN-Kongress in Orléans sprach sie vor 8500 Anhängern, während sie in einer Ifop-Umfrage auf 34 bis 38 Prozent kommt.

Marine Le Pen ist mit viel Schwung in den Wahlkampf um das französische Präsidentenamt gestartet. Beim Parteitag des Rassemblement National in Orléans trat die rechtsnationale Politikerin vor rund 8500 Anhängern auf und setzte damit den offiziellen Startpunkt ihrer Kampagne.

In ihrer Rede stellte Le Pen Frankreichs „Wiedergeburt“ in den Mittelpunkt. Sie versprach, dem Land wieder mehr Einfluss und Ausstrahlung zu verschaffen. Inhaltlich setzte sie auf bekannte RN-Themen: eine harte Linie in der Migrationspolitik, ein entschlosseneres Vorgehen gegen kriminelle Organisationen und mehr nationale Souveränität. Zugleich bemühte sie sich um einen präsidialen Ton und erklärte, sie wolle gesellschaftliche Lager nicht gegeneinander ausspielen.

Umfragewerte geben zusätzlichen Schub

Rückenwind bekommt Le Pen auch aus den aktuellen Zahlen. Laut einer neuen Ifop-Umfrage kommt sie je nach Kandidatenlage im ersten Wahlgang auf 34 bis 38 Prozent und legt damit im Vergleich zu zuvor um ein bis zwei Punkte zu. In allen durchgespielten Szenarien würde sie demnach auch die zweite Wahlrunde gewinnen.

Ob die jüngsten Ausschreitungen in Frankreich direkt für den Anstieg verantwortlich sind, lässt sich laut den Daten nicht sicher sagen. Politisch nutzen sie dem RN aber, denn das Thema Sicherheit gehört seit langem zu den Kernfeldern der Partei. Le Pen hatte die Unruhen zuvor mit der Regierung und der Einwanderungspolitik in Verbindung gebracht und ein härteres Vorgehen der Behörden verlangt.

Druck auf Macron, Kritik an Le Pens Finanzplan

Für Präsident Emmanuel Macron und seine Mitte-Rechts-Regierung wächst der Druck gleich an mehreren Fronten. Weitere Proteste sind bereits angekündigt, gleichzeitig dürfte auch die angespannte Finanzlage des Landes zum zentralen Wahlkampfthema werden. Le Pen präsentierte dazu einen alternativen Haushalt mit milliardenschweren Einsparungen.

  • Frankreichs Staatsschulden sind laut Quelle so hoch wie nie
  • Le Pen will den Nettobeitrag zur EU auf maximal fünf Milliarden Euro senken
  • Regierung, Fachleute und Wirtschaftsmedien halten den Plan für unrealistisch und zu ungenau

Zusätzlich könnte Le Pen davon profitieren, dass sich das politische Feld der Konkurrenz noch nicht sortiert hat. Genannt werden unter anderem Jean-Luc Mélenchon, Raphaël Glucksmann, Édouard Philippe, Gabriel Attal und Marine Tondelier – in der Umfrage liegen sie aber klar hinter der RN-Kandidatin.

Quelle: SRF