Feuerpause für Oleschky
In der Frontstadt Oleschky im russisch kontrollierten Teil der Region Cherson gilt seit 3 Uhr eine begrenzte Waffenruhe. Hilfslieferungen mit Lebensmitteln und Medikamenten sollen rund 1.500 bis 2.000 Menschen erreichen.

Foto: t-online
Für die umkämpfte Frontstadt Oleschky im russisch kontrollierten Teil des ukrainischen Gebiets Cherson läuft eine humanitäre Hilfsaktion an. Nach Angaben beider Kriegsparteien gilt seit 3.00 Uhr Ortszeit eine örtlich und zeitlich begrenzte Feuerpause, damit Lebensmittel und Medikamente zu den eingeschlossenen Bewohnern gebracht werden können.
Geplant ist außerdem ein humanitärer Korridor, über den Menschen die Region entweder in Richtung Russland oder in Richtung Ukraine verlassen können. Die Evakuierungen sollen allerdings erst in den kommenden Tagen beginnen. In der seit Monaten abgeriegelten Stadt harren nach Schätzungen noch 1.500 bis 2.000 Menschen aus, darunter auch Dutzende Kinder.
Verminte Stadt, schwierige Hilfe
Oleschky liegt direkt an der Frontlinie und gilt als vollständig vermint. Bisher hatten ukrainische Streitkräfte zeitweise sogar Drohnen genutzt, um Hilfsgüter in den Ort zu bringen. Viele dieser unbemannten Fluggeräte seien jedoch von russischer Seite abgeschossen worden. Jetzt sollen zunächst Minen geräumt werden, um einen sicheren Korridor für die Versorgung und spätere Fluchtwege zu schaffen.
- Feuerpause für die Dauer der humanitären Operation
- Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten
- Vorbereitung eines Evakuierungskorridors
Vermittlung aus Washington und dem Vatikan
Die Initiative für die Feuerpause geht laut Washington auf das Weiße Haus zurück. Nach Darstellung der US-Regierung soll Melania Trump zwischen Moskau und Kiew vermittelt haben. Auch Papst Leo XIV. hatte den Kreml um Hilfe für Oleschky gebeten. Aus Moskau hieß es, eine erfolgreiche Aktion dort könnte womöglich als Modell für andere Frontabschnitte dienen.
Trotz der lokalen Waffenruhe gehen die Kämpfe in anderen Teilen der Front weiter. Der Generalstab in Kiew betonte zudem, dass die Feuerpause ausschließlich für diese Hilfsoperation gelte. Zugleich rief das Militär dazu auf, keine unbestätigten Informationen über Routen, Zeiten oder Aufenthaltsorte von Zivilisten und Hilfskonvois zu verbreiten.
Quelle: t-online