Feuer-Hölle in Indonesien
In Indonesien brennen seit Juli Wälder und Torfböden, rund 2 Millionen Hektar sind bereits zerstört. Nachbarländer wie Singapur und Malaysia kritisieren die Regierung, während Proteste und Gesundheitsgefahren zunehmen.

Indonesien erlebt die schwersten Wald- und Flächenbrände seit 2015. Vor allem auf Kalimantan auf Borneo ziehen dichte orange-graue Rauchwolken über die Region, die Sicht ist eingeschränkt, viele Menschen tragen Atemschutzmasken. Seit Juli stehen dort Wälder und Torfböden in Flammen. Nach Angaben aus dem Bericht sind bereits etwa zwei Millionen Hektar verbrannt – das entspricht ungefähr der Fläche von Rheinland-Pfalz.
Rauch, Tote und geschlossene Schulen
Die Folgen sind für die Bevölkerung dramatisch. Mehr als 10.000 Schulen mussten schließen, vielerorts läuft der Unterricht nur noch online. Die Rauchbelastung trifft nicht nur Indonesien selbst, sondern große Teile Südostasiens. Besonders gefährlich sind die feinen Partikel in der Luft, die tief in den Körper eindringen können. Laut dem Bericht sind die Schadstoffwerte seit längerer Zeit deutlich höher als die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation vorsehen.
Wie hart die Katastrophe Familien trifft, zeigt das Schicksal der 27-jährigen Wasilah. Ihr Mann Aries kam ums Leben, als er sich freiwillig an den Löscharbeiten beteiligte. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde starben in den vergangenen Wochen bereits drei Freiwillige aus der Region bei Einsätzen gegen die Flammen.
Wut auf die Regierung wächst
In Jakarta und auf den besonders stark betroffenen Inseln gehen immer mehr Menschen auf die Straße. Sie werfen der Regierung vor, nicht entschieden genug gegen die Krise vorzugehen. Im Mittelpunkt der Kritik steht auch, dass gegen die Verursacher der Feuer nicht wirksam genug vorgegangen werde. Als Hauptursache nennt der Bericht illegale Brandrodung.
- Seit Juli brennen Wälder und Torfböden
- Rund 2 Millionen Hektar sind bereits zerstört
- Mehr als 10.000 Schulen mussten schließen
- Auch Singapur und Malaysia spüren die Folgen
Die Protestierenden fordern inzwischen, die Brände offiziell zum nationalen Notstand zu erklären. Unterstützung bekommen sie indirekt aus den Nachbarländern: Singapur und Malaysia kritisieren die indonesische Regierung scharf, weil der giftige Rauch längst nicht mehr an den Landesgrenzen haltmacht.
Quelle: Tagesschau