Audi-USA-Pläne schüren Angst
Audi will in den USA ein neues Werk aufbauen. Gleichzeitig ist offen, wie es nach 2033 im Werk Neckarsulm weitergeht – dort wächst die Sorge um Jobs und Produktion.

Foto: Andreas Fingas / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de
Bei Audi sorgt ein geplanter Schritt in den USA für Unruhe in Deutschland: Der Autobauer will ein neues Werk im Bundesstaat Georgia aufbauen. Während der US-Markt aus Konzernsicht Chancen bietet, blicken viele Beschäftigte im Werk Neckarsulm mit wachsender Sorge auf ihre eigene Zukunft.
Im Werk in Baden-Württemberg ist die Lage schon länger angespannt. Nach dem Ende der Produktion des Audi A8 mussten Beschäftigte in andere Bereiche wechseln. So beschreibt eine langjährige Mitarbeiterin, dass sich ihr Arbeitsalltag bereits deutlich verändert habe. Die Frage, was nach dem Jahr 2033 passiert, treibt dort viele um: Denn die Produktion von A5 und A6 soll dann auslaufen, Zusagen für neue Modelle in Neckarsulm gibt es bislang nicht.
Offene Zukunft in Neckarsulm
Zwar sind betriebsbedingte Kündigungen laut bestehender Garantie bis Ende 2033 ausgeschlossen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Fahrzeugproduktion am Standort danach gesichert ist. Genau dieser Punkt macht Neckarsulm zum Unsicherheitsfaktor innerhalb des Konzerns. Historisch ist der Standort eng mit Audi verbunden: Nach der Fusion von Auto Union und NSU war Neckarsulm ab 1969 sogar für 16 Jahre Konzernzentrale, bevor der Sitz nach Ingolstadt ging.
- Neues Audi-Werk soll in Georgia entstehen
- Produktionsstart ist für die frühen 2030er-Jahre geplant
- In den USA sollen große SUVs wie Q7, Q8 oder Q9 gebaut werden
- Diese Modelle laufen bisher in Bratislava vom Band
Kritik an Timing und Signalwirkung
Besonders heikel ist aus Sicht vieler Beobachter das Timing: Während in Neckarsulm weiter auf Klarheit gewartet wird, schafft Audi in den USA neue Perspektiven. Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig sprach von einem beklemmenden Gefühl. Er könne die wirtschaftlichen Gründe nachvollziehen, etwa wegen Wachstumschancen und hoher Zölle in den USA. Gleichzeitig stelle sich aber die Frage, ob Europa und speziell Neckarsulm dadurch an Bedeutung verlieren.
Zusätzlichen Ärger löste der Auftritt von Konzernchef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump aus. Der Auftritt wurde scharf kritisiert und fällt in eine Phase, in der Audi ohnehin erklären muss, wie die Balance zwischen internationalem Ausbau und deutscher Industrie-Zukunft aussehen soll.
Quelle: Tagesschau