USA feiern 250 Jahre Freiheit
Zum 250. Unabhängigkeitstag der USA gratulieren Staatsgäste aus aller Welt. Doch Hitze, politische Spannungen und mahnende Worte überschatten die Feiern.

Die Vereinigten Staaten begehen an diesem Samstag ihren 250. Unabhängigkeitstag. Im ganzen Land sind Paraden, Volksfeste und Feuerwerke geplant, im Mittelpunkt steht eine große Veranstaltung in Washington. US-Präsident Donald Trump will dort am späten Abend eine Rede halten. Geplant sind außerdem ein Überflug von Kampfflugzeugen, Auftritte von Militärkapellen und ein riesiges Feuerwerk mit 850.000 Böllern, mit dem ein neuer Weltrekord aufgestellt werden soll.
Aus Deutschland kamen Glückwünsche mit deutlich nachdenklichem Ton. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erinnerte in seiner Botschaft an die historischen Ideale von Freiheit, Recht und Selbstbestimmung, stellte aber zugleich die Frage, ob der eingeschlagene Kurs noch stimme. Er betonte, dass das Benennen von Defiziten und das Korrigieren von Fehlern für die Revolutionäre von 1776 kein Zeichen von Schwäche gewesen sei, sondern zum Kern demokratischer Ordnung gehöre. Bundeskanzler Friedrich Merz übermittelte Trump in einem Telefonat ebenfalls seine Glückwünsche und hob die enge Verbundenheit zwischen Deutschland und den USA hervor.
Glückwünsche und Warnungen
Auch aus anderen Teilen der Welt kamen Botschaften nach Washington. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu würdigte die USA laut seinem Büro als Garant globaler Freiheit und unterstrich die enge Beziehung beider Länder. Papst Leo XIV., der selbst US-Amerikaner ist, appellierte im Vatikan an die Vereinigten Staaten, sich an ihre Gründungswerte zu erinnern. Die in der Unabhängigkeitserklärung verankerten hohen Ideale sollten das Land weiter in Einheit, Gerechtigkeit und Frieden führen.
Überschattet werden die Feierlichkeiten allerdings von einer massiven Hitzewelle im Osten des Landes. In Washington wurden Teile des Programms bereits gestrichen, darunter die traditionelle Unabhängigkeitsparade. Für Samstag werden dort mehr als 38 Grad erwartet, durch die hohe Luftfeuchtigkeit könnte es sich sogar wie bis zu 43 Grad anfühlen.
Politisch ist der Jahrestag ebenfalls aufgeladen. Schon am Vorabend warnte Trump bei einem Auftritt am Mount Rushmore vor einem Angriff auf die Identität der USA. Er sprach von einer Rückkehr einer kommunistischen Bedrohung im eigenen Land. Damit bekommt das große Jubiläum nicht nur festlichen Glanz, sondern auch einen deutlich kämpferischen Ton.