80 Jahre Bikini-Schock
Vor 80 Jahren sorgte ein winziges Stück Stoff in Paris für Empörung. Der Bikini wurde erst verboten, dann weltberühmt – und steht heute sogar für Rekordsummen.

Was heute an fast jedem Strand ganz selbstverständlich wirkt, galt 1946 noch als handfester Skandal: der Bikini. Vor 80 Jahren wurde das zweiteilige Badekleid in Paris erstmals öffentlich vorgestellt – und löste mit seinem knappen Schnitt sofort heftige Reaktionen aus.
Präsentiert wurde das neue Kleidungsstück am 5. Juli 1946 in einem Schwimmbad in Paris. Vorgeführt hat es Micheline Bernardini, eine Nackttänzerin aus einem Pariser Casino. Schon diese Premiere machte deutlich, wie provokant das Modell damals wirkte. Für viele galt der Bikini als schamlos und zu freizügig.
Vom Verbot zur Ikone
Die Ablehnung blieb nicht nur bei empörten Blicken. An vielen Orten durfte der Bikini zunächst gar nicht getragen werden, weil er Badeverbot erhielt. Trotzdem setzte sich das neue Kleidungsstück erstaunlich schnell durch. Aus dem Aufreger wurde innerhalb kurzer Zeit ein fester Bestandteil der Bademode.
Dass der Bikini bis heute fasziniert, zeigt auch sein Symbolwert weit über den Strand hinaus. Aus einem Hauch von Nichts wurde ein weltbekanntes Modeobjekt, das bis heute polarisiert und gleichzeitig Kultstatus genießt. Die Geschichte des Bikinis ist damit auch eine Geschichte darüber, wie sich Vorstellungen von Scham, Freiheit und Öffentlichkeit verändern können.
80 Jahre nach der ersten Vorführung in Paris ist von der einstigen Empörung vor allem eines geblieben: der Mythos. Was einst als Tabubruch begann, gehört heute zur Pop- und Modegeschichte – und kann, wie der Blick auf spektakuläre Summen rund um berühmte Exemplare zeigt, sogar Millionen wert sein.