Schweden probt den Ernstfall
Schweden bereitet seine Bevölkerung mit Übungen und einer Broschüre auf Krieg, Extremwetter und Terror vor. Bei der Bereitschaftswoche testeten Menschen in Mittelschweden sogar eine Nacht im Bunker ohne Strom und Wasser.

Schweden nimmt den Bevölkerungsschutz wieder deutlich ernster. Angesichts von Kriegen, Extremwetter und Terror setzt das Land auf konkrete Vorbereitung für die Bevölkerung. Ende September wurde das bei einer Übung im mittelschwedischen Grums sichtbar: Rund 40 Teilnehmer verbrachten dort freiwillig eine Nacht in einem Bunker – ohne fließendes Wasser, ohne Strom, auf Matratzen am Boden.
Eine Nacht im Bunker
Mit dabei war auch Lars-Göran Wadén, der als Rollstuhlfahrer seine Erfahrungen einbringen wollte. Gerade für Menschen mit Behinderung zeige sich im Ernstfall schnell, wo Probleme liegen: Schutzräume befinden sich oft im Keller, Treppen werden zur Hürde, und auch die Versorgung vor Ort ist alles andere als komfortabel. Trotzdem war die Stimmung unter den Teilnehmern laut Bericht überwiegend positiv. Eine andere Teilnehmerin, Eva Nordström, hatte sich zum Beispiel mit Stirnlampe und weiteren Dingen vorbereitet und richtete sich ihre Ecke im Bunker möglichst praktisch ein.
Die Aktion war Teil der 10. schwedischen Bereitschaftswoche. Nach Angaben der schwedischen Behörde für Bevölkerungsschutz beteiligen sich daran viele Kommunen und auch private Unternehmen. Die Behörde arbeitet inzwischen als Zivilverteidigungsbehörde eng mit den Streitkräften zusammen. Dahinter steht das Ziel, die sogenannte Gesamtverteidigung wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken.
Sieben Tage ohne Hilfe
Das Konzept stammt aus der Zeit des Kalten Krieges und bedeutet: Im Fall eines militärischen Angriffs können in Schweden alle Menschen zwischen 16 und 70 Jahren für militärische oder zivile Aufgaben herangezogen werden. Zusätzlich hat die Behörde eine Broschüre an alle Haushalte verschickt. Darin geht es unter anderem um Schutz bei Luftangriffen und um Vorräte, mit denen Menschen im Notfall sieben Tage ohne Unterstützung der Behörden auskommen sollen.
- Bunker-Übung mit rund 40 Menschen in Grums
- Teil der 10. Bereitschaftswoche
- Broschüre an alle Haushalte verschickt
- Empfehlung: Vorräte für sieben Tage
Die Behörden sehen darin keinen Alarmismus, sondern eine notwendige Reaktion auf eine aus ihrer Sicht ernste Sicherheitslage. Für Schweden ist klar: Wenn es hart auf hart kommt, müssen die Menschen zunächst auch allein zurechtkommen.
Quelle: Tagesschau