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Musik & Film8. November 2026, 13:05 Uhr · von Redaktion

Ofczarek triumphiert im Savoy

Nicholas Ofczarek steht im Wiener Burgtheater als Zentrum einer neuen orchestrierten Lesung von Joseph Roths „Hotel Savoy“. Die Premiere des Nachfolgeprojekts zu „Holzfällen“ ging am Samstag über die Bühne.

Ofczarek triumphiert im Savoy

Foto: Manfred Werner ( Tsui ) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Nach dem Erfolg von „Holzfällen“ setzen Nicholas Ofczarek und die Osttiroler Musikformation Franui ihre Zusammenarbeit fort. Am Samstag feierte im Wiener Burgtheater die neue Bühnenfassung von Joseph Roths frühem Roman „Hotel Savoy“ Premiere – als orchestrierte Lesung mit nur einem Schauspieler im Zentrum.

Ein Mann, viele Stimmen

Im Mittelpunkt steht Roths Heimkehrer Gabriel Dan, der nach Krieg und Gefangenschaft in einem Hotel strandet, das zu einer Art Spiegel der Gesellschaft wird. In diesem Haus mit seinen unterschiedlichen Stockwerken, Zimmern und Milieus sucht die Figur nach einem Platz im Leben. Besonders markant: Je tiefer man im Hotel kommt, desto langsamer scheinen die Uhren zu gehen – unten, bei den Reichen, vergeht die Zeit am gemächlichsten.

Ofczarek trägt diese Welt fast im Alleingang. Er verkörpert nicht nur Gabriel Dan, sondern springt in der von Tamara Metelka, Rita Czapka und Andreas Schett eingerichteten Fassung durch sämtliche Rollen und Stimmen. Zwischen Lichtsäulen und Nebelschwaden entsteht so eine regelrechte Text-Tour, die den vielstimmigen Charakter von Roths Roman auf die Bühne bringt.

Franui wagt einen neuen Klangraum

Auch musikalisch geht das Projekt neue Wege. Franui entfernt sich diesmal deutlich vom vertrauten Schubert-Kosmos und richtet den Blick auf die Musikgeschichte der 1920er Jahre. Die Orchestrierung greift laut ORF bis in feine Zitat-Ebenen hinein und verbindet den eigenen Klang der alpenländischen Instrumente mit Anklängen an:

  • Gustav Mahler
  • Arnold Schönberg
  • Hilda Löwi
  • Wolfgang Erich Korngold

Damit bleibt das Grundformat zwar reduziert, inhaltlich und klanglich aber ist „Hotel Savoy“ ein deutlicher Aufbruch. Statt Wiederholung setzt das Team auf eine neue literarisch-musikalische Versuchsanordnung – und auf einen Burgtheater-Star, der sich mit Verve durch eine ganze Romanwelt spielt.

Quelle: ORF