Neue Ukraine-Gespräche geplant
Unterhändler der Ukraine, Russlands und der USA wollen sich ab dem 10. November in Abu Dhabi treffen. Gleichzeitig wurde für die besetzte Stadt Oleschky eine lokale Feuerpause vereinbart, um Zivilisten zu evakuieren.

Foto: Juan Antonio Segal / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Im Ringen um ein mögliches Ende des Kriegs könnte es Anfang November zu einem neuen diplomatischen Anlauf kommen: Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA wollen sich in der ersten Monatshälfte in Abu Dhabi treffen. Bestätigt wurde das am Freitag sowohl von dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als auch vom Kreml.
Selenskyj verknüpfte mit den geplanten technischen Gesprächen die Hoffnung auf ein späteres Treffen der Staats- und Regierungschefs. Aus seiner Sicht wäre ein Friedensabkommen nur mit klaren Sicherheitsgarantien für die Ukraine und einer langfristigen Finanzierung der ukrainischen Armee möglich. Aus Moskau hieß es dagegen, im Mittelpunkt stehe die Sicherheit beider Länder nach einem Übergang zu einer Friedenslösung.
Treffen ab 10. November im Blick
Das Dreiertreffen war bereits nach einem Besuch des US-Unterhändlers Steve Witkoff bei Wladimir Putin in Aussicht gestellt worden. Als möglicher Zeitraum gilt ein Termin ab dem 10. November. Damit läge das Treffen nach den US-Kongresszwischenwahlen am 3. November und noch vor dem Asien-Pazifik-Gipfel am 18. und 19. November.
- Teilnehmer: Ukraine, Russland und USA
- Ort: Abu Dhabi
- Zeitfenster: erste November-Hälfte
Feuerpause für Oleschky
Parallel dazu wurde eine lokale Waffenruhe für die russisch besetzte Stadt Oleschky vereinbart. Sie soll bereits in der kommenden Woche starten und dazu dienen, Zivilistinnen und Zivilisten in Sicherheit zu bringen. Nach Angaben aus den USA harren dort noch 1.700 bis 2.000 Menschen aus, vor allem ältere Personen, die dringend medizinische Versorgung, Lebensmittel, Medikamente und sauberes Wasser brauchen. Unbewaffnete Teams beider Seiten sollen die Menschen in ihren Häusern aufsuchen und Transporte für Ausreisewillige organisieren.
Während auf diplomatischer Ebene Bewegung erkennbar ist, gehen die Angriffe weiter. Nach ukrainischen Angaben fiel in der Nacht auf Freitag in sechs Regionen für mehr als 500.000 Menschen der Strom aus. Zudem meldete Kiew verstärkte Attacken auf digitale Infrastruktur: Allein im vergangenen Monat sollen zehn Rechenzentren in der Hauptstadt angegriffen worden sein.
Quelle: ORF