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Musik & Film27. Oktober 2026, 13:02 Uhr · von Redaktion

Minichmayr glänzt in „Everytime“

Birgit Minichmayr steht im Zentrum von „Everytime“, dem neuen Film von Sandra Wollner. Das Drama über Trauer, Schuld und eine surreale Reise nach Teneriffa feierte bei der Viennale seine Österreich-Premiere.

Minichmayr glänzt in „Everytime“

Foto: Wikimedia Commons / Bernhard Holub, CC BY-SA 4.0

Birgit Minichmayr ist die große Stärke von „Everytime“, dem neuen Film der österreichischen Regisseurin Sandra Wollner. Das Drama feierte bei der Viennale seine Österreich-Premiere und erzählt von einem Alltag, der von einem Moment auf den anderen zerbricht: Eine Mutter lebt mit ihren zwei Töchtern auf engem Raum in Berlin, bis die 17-jährige Jessie bei einem Sturz vom Dach stirbt.

Im Mittelpunkt steht Ella, gespielt von Minichmayr, die als alleinerziehende Mutter zwischen Überforderung, Schmerz und Erstarrung funktioniert. Auch Jessies Freund Lux gerät ins Zentrum, weil er beim Unglück dabei war und nun mit Schuldzuweisungen leben muss. Gleichzeitig zeigt der Film, wie ungerührt das Leben um die Hinterbliebenen weiterläuft – mit banalen Gesprächen, Einkäufen und Sonnenaufgängen, obwohl für die Familie nichts mehr ist wie zuvor.

Trauer, Schuld und die Suche nach Nähe

Ein Jahr nach Jessies Tod haben Ella, ihre jüngere Tochter Mellie und Lux jeweils eigene Wege gefunden, mit dem Verlust umzugehen. Gerade darin liegt die Wucht des Films: Er sucht keine einfachen Antworten, sondern bleibt bei den offenen Fragen nach Verantwortung, Vergebung und dem Unfassbaren.

  • Mellie hält über alte Nachrichten, Fotos und Videos Kontakt zur verstorbenen Schwester.
  • Ella besucht Jessies Grab und versucht sogar nachzuempfinden, was ihre Tochter zuletzt gefühlt haben könnte.
  • Lux sucht die Nähe der Familie und hofft auf Vergebung.

Von Berlin nach Teneriffa kippt alles ins Surreale

Später führt „Everytime“ das ungleiche Trio nach Teneriffa – an jenen Ort, an dem die Familie eigentlich einmal gemeinsam Urlaub machen wollte. Die Reise wirkt wie ein Versuch, etwas Verpasstes doch noch einzulösen. Unter der Sonne der Kanaren verschwimmen Erinnerung, Gegenwart und Traum immer stärker. Hotel, Pool und Ferienkulisse werden zu einer schwebenden Zwischenwelt, in der der Film ins Surreale kippt.

ORF zufolge zählt „Everytime“ zu den stärksten Filmen des Jahres. Fest steht: Sandra Wollner verbindet hier Berliner Alltagsrealismus mit einer verstörend schönen Bildsprache. Wer den Film sehen will, hat bei der Viennale noch am 27. Oktober um 20.30 Uhr im Stadtkino im Künstlerhaus die Chance; der Kinostart in Österreich folgt am 27. November.

Quelle: ORF