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Politik22. Oktober 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Le Pen profitiert vom Protest-Chaos

In Frankreich stärken die teils gewalttätigen Proteste offenbar Marine Le Pen. Laut einer neuen Ifop-Umfrage kommt die Politikerin für die Präsidentenwahl 2027 im ersten Wahlgang auf 34 bis 38 Prozent.

Le Pen profitiert vom Protest-Chaos

Foto: Wikimedia Commons / Vox España, CC0

Die jüngsten Ausschreitungen in Frankreich scheinen Marine Le Pen politisch in die Hände zu spielen. Nach einer neuen Umfrage des Instituts Ifop legt die Politikerin des Rassemblement National weiter zu. Für den ersten Wahlgang der Präsidentenwahl 2027 wird sie aktuell bei 34 bis 38 Prozent gesehen und baut damit ihren Vorsprung leicht aus.

Sicherheitsfrage nützt der Rechten

Ein Grund dafür dürften die Bilder der vergangenen Tage sein: gewaltsame Proteste, Plünderungen und ein Eindruck von Kontrollverlust. Viele Menschen in Frankreich scheinen genug von den chaotischen Szenen zu haben. Genau dort setzt Le Pen an, denn öffentliche Ordnung und Sicherheit gehören seit langem zu ihren wichtigsten Themen. Zugleich versucht sie, sich als ruhige und entschlossene Kraft zu präsentieren.

Hinzu kommt, dass sie die Regierung für die Lage mitverantwortlich macht. Tatsächlich wirkt die politische Führung derzeit angeschlagen. Laut SRF wurden die Proteste vom vergangenen Samstag unterschätzt, zudem fehlt bislang eine überzeugende Antwort auf die Forderungen der Demonstrierenden. Auch der knappe finanzielle Spielraum erschwert ein Gegensteuern.

Regierung unter Druck, Le Pen vorne

Von der aktuellen Stimmung profitiert aber nicht nur das Sicherheits-Thema. In Frankreich sitzt die Enttäuschung über die etablierten Parteien tief, dazu kommt Misstrauen gegenüber Regierung, Parlament und Präsident. Auch das stärkt das Lager von Le Pen.

  • Marine Le Pen: 34 bis 38 Prozent
  • Jean-Luc Mélenchon: 15 bis 20 Prozent
  • Raphaël Glucksmann und Édouard Philippe folgen knapp dahinter

Für den zweiten Wahlgang sieht die Ifop-Erhebung Le Pen derzeit sogar in allen getesteten Szenarien vorne. Amtsinhaber Emmanuel Macron kann nicht noch einmal antreten. Bis zur Wahl am 18. April 2027 bleibt zwar noch Zeit, und viele Lager haben ihre Kandidaten noch nicht endgültig aufgestellt. Doch im Moment spricht die Dynamik klar für Le Pen.

Quelle: SRF