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Sport4. September 2026, 17:00 Uhr · von Redaktion

Julian läuft gegen die Nacht

Der 17-jährige Julian Herrmann aus Burladingen bereitet sich auf den Westerwälder Backyard Ultra in Höchstenbach vor. Beim Rennen am 7. Mai 2027 müssen pro Stunde 6,7 Kilometer gelaufen werden – theoretisch ohne Ende.

Julian läuft gegen die Nacht

Foto: swp

Julian Herrmann aus Burladingen hat sich für das kommende Frühjahr eine extreme Herausforderung vorgenommen. Der 17-Jährige will am Westerwälder Backyard Ultra in Höchstenbach in Rheinland-Pfalz teilnehmen – einem Lauf, bei dem nicht eine feste Distanz entscheidet, sondern die reine Ausdauer.

Das Prinzip ist simpel und gnadenlos zugleich: In jeder Stunde müssen 6,7 Kilometer geschafft werden. Wer rechtzeitig ins Ziel kommt, darf sich bis zum nächsten Startschuss kurz erholen. Danach beginnt sofort die nächste Runde. So geht es weiter, bis nur noch eine Person übrig bleibt. Der Start erfolgt am 7. Mai 2027 um 19 Uhr. Wer bis 10 Uhr morgens durchhält, hat bereits mehr als 100 Kilometer absolviert.

Training für Beine und Magen

Herrmann bereitet sich nach eigenen Angaben nicht nur körperlich auf die Tortur vor. Neben mehreren Laufeinheiten pro Woche trainiert er auch, wie sein Körper die Belastung und Verpflegung während eines solchen Rennens verkraftet. Dabei setzt er unter anderem auf Kohlenhydratgel. Unterstützung soll er in der Nacht ebenfalls bekommen: Drei Helferinnen versorgen ihn mit Getränken und Suppe.

  • Start des Rennens: 19 Uhr
  • Strecke pro Runde: 6,7 Kilometer
  • Ort: Höchstenbach in Rheinland-Pfalz
  • Ziel: so lange laufen, bis nichts mehr geht

Sportlicher Ehrgeiz und klares Berufsziel

Auch abseits des Laufs hat Herrmann konkrete Pläne. Der Gymnasiast aus Gammertingen mit den Schwerpunktfächern Biologie, Geologie und Englisch möchte später zur Polizei. Sein Wunsch: irgendwann beim SEK oder bei der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit zu landen. Die Bewerbung ist bereits abgeschickt.

Für diesen Weg spart er derzeit auf eine Augenlaser-Operation, weil Brillenträger nach seinen Angaben nicht eingestellt werden. Neben der Schule arbeitet er deshalb bei Edeka in Burladingen. Wenn das Geld reicht, möchte er sich außerdem noch eine Fallschirmspringer-Ausbildung finanzieren. Zunächst aber wartet die wohl härteste Nacht seines jungen Lebens – laufend, Stunde für Stunde.

Quelle: swp