Huppert greift nach den Vampiren
Isabelle Huppert übernimmt in Ulrike Ottingers Film „Die Blutgräfin“ die Hauptrolle. Zur Berlinale sprach die französische Schauspielerin darüber, warum sie die Rolle einer Vampirin sofort gereizt hat.

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Isabelle Huppert probiert in ihrer langen Karriere noch immer neue Rollen aus – und diesmal wird es blutig. In „Die Blutgräfin“ spielt die französische Filmikone die Hauptfigur in einem Vampirfilm von Ulrike Ottinger. Bei der Weltpremiere auf der Berlinale erklärte Huppert, warum sie sich ausgerechnet auf dieses ungewöhnliche Projekt eingelassen hat: Die Aussicht, einmal eine Vampirin zu verkörpern, sei für sie besonders reizvoll gewesen.
Zwischen Kultfigur und Fantasiegestalt
Ottingers Film kreist um die legendäre Elisabeth Báthory, die als Blutgräfin zur düsteren Mythengestalt geworden ist. Huppert sagte, sie habe den Reiz der Figur sofort erkannt. Vampirgeschichten seien filmhistorisch stark aufgeladen und immer wieder neu interpretierbar. Genau das habe sie angesprochen – zumal Ottinger dem Stoff eine sehr eigene Richtung gebe.
Mit der deutschen Regisseurin war Huppert nach eigener Aussage lange kaum vertraut. Erst durch eine Retrospektive im Centre Pompidou habe sie einen besseren Zugang zu Ottingers Werk gefunden. Dort sei ihr klar geworden, wie eigenwillig, kreativ und außergewöhnlich diese Künstlerpersönlichkeit arbeite.
Kein Psychodrama, sondern große Geste
Besonders spannend fand Huppert offenbar den Ton des Films. „Die Blutgräfin“ bewege sich frei durch Epochen und lasse sich zeitlich nie ganz festnageln. Mal erinnerten Kostüme an die Fünfzigerjahre, dann wieder an die Gegenwart oder an eine viel ältere Zeit. Für Huppert liegt genau darin ein Teil des Reizes: Die Figur ist keine naturalistische Frauengestalt, sondern bewusst überhöht und theatralisch angelegt.
- Hauptrolle: Isabelle Huppert
- Regie: Ulrike Ottinger
- Film: „Die Blutgräfin“
- Premiere: Berlinale
In diesem Zusammenhang kam auch ein Vergleich zu „8 Frauen“ auf, in dem Huppert vor 24 Jahren zu sehen war. Ganz von der Hand weist sie die Parallele nicht, auch wenn sie sie nicht selbst zuerst gezogen habe. Beide Rollen seien in gewisser Weise überzeichnet und stärker von Haltung, Stil und Theatralik geprägt als von klassischer Psychologie. Für eine Schauspielerin wie Huppert offenbar genau das richtige Spielfeld.
Quelle: diepresse