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Politik28. Oktober 2026, 07:02 Uhr · von Redaktion

Frankreich fürchtet rechte Gewalt

Nach den tödlichen Schüssen in Trappes und La Verrière gehen in Paris Menschen gegen Rassismus auf die Straße. Die Ermittler prüfen ein terroristisches und rassistisches Motiv, nachdem ein Mann 128 Schüsse abgegeben haben soll.

Frankreich fürchtet rechte Gewalt

Foto: Wikimedia Commons / Photo Claude TRUONG-NGOC, CC BY-SA 3.0

Nach den tödlichen Angriffen in Trappes und La Verrière wächst in Frankreich die Sorge vor weiterem rassistischen Hass. In Paris versammelten sich am Abend zahlreiche Menschen zu einer Kundgebung im Nordosten der Stadt. Viele von ihnen trugen Schilder gegen Rassismus und warnten davor, dass sich Hetze und rechte Parolen im Land immer stärker ausbreiten.

Besonders groß ist die Angst bei Menschen, die sich selbst von rassistischer Gewalt bedroht fühlen. Teilnehmer der Demonstration schilderten, dass sich der öffentliche Ton in Frankreich verändert habe. Ihrer Ansicht nach werden feindselige Aussagen gegen Minderheiten heute offener ausgesprochen als früher. Einige Demonstranten sehen darin ein Klima, das schließlich in Gewalt umschlagen kann.

Kritik an Medien und Politik

Auf der Kundgebung richtete sich der Zorn auch gegen rechte Medien und gegen politische Akteure. Vor allem der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, machte den Rassemblement National und Parteichef Jordan Bardella mitverantwortlich. Er wirft ihnen vor, seine Stadt über lange Zeit öffentlich stigmatisiert und damit die Einwohner zur Zielscheibe gemacht zu haben.

  • Ein 39-jähriger Franzose soll am Freitag auf Passanten geschossen haben.
  • Ein 26-jähriger Mann starb, vier weitere Menschen wurden schwer verletzt.
  • Unter den Verletzten ist auch ein elfjähriges Mädchen.

Antiterror-Ermittler übernehmen

Die französische Antiterror-Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen unter anderem wegen Mordes im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben. Geprüft wird, ob gezielt Menschen wegen ihrer Herkunft oder Religion angegriffen wurden. Präsident Emmanuel Macron hatte bereits direkt nach der Tat von einem terroristischen und rassistischen Anschlag gesprochen.

Nach Angaben des Antiterror-Staatsanwalts Olivier Christen deuten mehrere Punkte auf ein rassistisches Motiv hin: das Profil der Opfer mit arabischen oder afrikanischen Wurzeln sowie Aussagen des Verdächtigen. Zudem soll der Mann insgesamt 128 Schüsse abgegeben haben. Für viele in Frankreich ist der Fall deshalb nicht nur ein Verbrechen, sondern auch ein Warnsignal für das gesellschaftliche Klima im Land.

Quelle: Tagesschau