1,5-Grad-Marke vor Rekord
Der EU-Klimadienst Copernicus erwartet, dass die globale Erwärmung 2026 sehr wahrscheinlich über 1,5 Grad liegt. Kurz vor der COP31 meldet der Dienst zudem den weltweit wärmsten Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen.

Foto: Ray Swi-hymn from Sijhih-Taipei, Taiwan / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0
Kurz vor der Klimakonferenz COP31 in Antalya kommt aus Europa eine düstere Klimabilanz: Der EU-Dienst Copernicus geht davon aus, dass 2026 die Grenze von 1,5 Grad globaler Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit sehr wahrscheinlich überschritten wird. Damit wäre es nach 2024 das zweite einzelne Jahr mit diesem Wert. Entscheidend ist dabei: Als offiziell dauerhaft gerissen gilt das Pariser Ziel erst im mehrjährigen Durchschnitt.
Wärmster Oktober weltweit
Auch beim Blick auf den Herbst liefern die neuen Daten wenig Entlastung. Nach Angaben von Copernicus war der vergangene Monat der wärmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen. Die weltweite durchschnittliche Oberflächentemperatur lag bei 15,35 Grad und damit 1,75 Grad über dem Niveau der vorindustriellen Zeit. Es war bereits der dritte Monat in Folge, der über der 1,5-Grad-Schwelle lag. In Europa wurde zugleich der zweitwärmste Oktober registriert, nur 2022 war noch heißer. Besonders auffällig waren die hohen Temperaturen im Osten und Nordosten des Kontinents.
Auch die Meere setzen Rekorde
Nicht nur an Land, auch auf den Ozeanen wurden neue Höchstwerte gemessen. Für den Bereich zwischen 60 Grad nördlicher und 60 Grad südlicher Breite meldet Copernicus für Oktober eine durchschnittliche Wasseroberflächentemperatur von 20,95 Grad. Damit wurde sogar der bisherige Spitzenwert aus dem Oktober 2023 übertroffen. Im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik fiel die Abweichung mit bis zu 3,21 Grad besonders extrem aus.
- 2026 wird laut Copernicus höchstwahrscheinlich das zweitwärmste Jahr seit Messbeginn
- Mit einer Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent könnte sogar der Rekord von 2024 fallen
- Auch der Vierjahresdurchschnitt von 2023 bis 2026 dürfte über 1,5 Grad liegen
Als wichtigen Treiber nennen die Fachleute den außergewöhnlich starken El Niño, der die vom Menschen verursachte Erwärmung zusätzlich verstärkt. Hohe Meerestemperaturen gelten unter anderem als Risiko für Korallenriffe und die Arten, die von ihnen abhängen. Die neuen Zahlen zeigen damit kurz vor der COP31 vor allem eins: Die Erderwärmung ist nicht nur ein langfristiger Trend, sondern längst in einer anhaltend heißen Phase angekommen.
Quelle: Tagesschau