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Sport22. Oktober 2026, 17:01 Uhr · von Redaktion

Weltcup-Start auf altem Schnee

In Sölden beginnt der Ski-Weltcup trotz braunem Gletscher auf konserviertem Schnee. SRF-Experte Didier Plaschy hält Snowfarming mit rund 100'000 Kubikmetern für sinnvoll, weil es Planungssicherheit bringt.

Weltcup-Start auf altem Schnee

Der Ski-Weltcup startet in Sölden – obwohl der Gletscher dort derzeit eher braun als winterlich weiss wirkt. Nur ein wenig Neuschnee kam in der Nacht dazu. Die Piste für den Saisonauftakt stammt deshalb nicht aus aktuellem Schneefall, sondern aus dem vergangenen Frühling: konservierter Schnee, der über den Sommer gelagert wurde.

Warum der Auftakt trotzdem stattfinden kann

Für den früheren Schweizer Skirennfahrer und heutigen SRF-Experten Didier Plaschy ist dieses Vorgehen nachvollziehbar. Aus seiner Sicht sorgt Snowfarming vor allem für Verlässlichkeit. Rennen dieser Grössenordnung könnten nicht einfach davon abhängen, ob die Natur im entscheidenden Moment mitspielt. Plaschy verweist darauf, dass sich die Methode in den vergangenen Jahren deutlich verbessert habe.

In Sölden wurden laut SRF rund 100'000 Kubikmeter Schnee konserviert. Plaschy bezeichnet diese Menge als beachtlich. Als Beispiel für die Entwicklung nennt er auch Adelboden: Dort gehe über den Sommer heute nur noch ein Teil des eingelagerten Schnees verloren, etwa 20 bis 30 Prozent. Auch auf der Diavolezza sei sichtbar, wie wirkungsvoll Snowfarming inzwischen geworden sei.

So läuft Snowfarming ab

  • Im Frühjahr wird Schnee zu grossen Haufen zusammengeschoben.
  • Diese Haufen werden mit Holzschnitzeln oder Vlies abgedeckt und isoliert.
  • Im Herbst wird der erhaltene Schnee wieder verteilt, um Pisten oder Loipen früh herzurichten.

Kritik gibt es dennoch: Manche fordern, Rennen sollten erst beginnen, wenn natürlicher Schnee gefallen ist. Plaschy sieht das beim Weltcup anders. Für ihn passt der Zeitpunkt, weil zum Saisonstart das Interesse gross sei und viele sehen wollten, wie sich Fahrer wie Odermatt oder Meillard über den Sommer entwickelt haben. Offen bleibt für ihn eher die Frage, ob ein so früher Start auch auf anderen Leistungsstufen gleich sinnvoll ist.

Quelle: SRF