Spur führt zu Russland
Nach dem versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle haben Ermittler mehrere Verdächtige identifiziert. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die mutmaßlichen Täter im Auftrag russischer Stellen handelten.

Foto: Pavel Kazachkov / Wikimedia Commons, CC BY 2.0
Im Fall des vereitelten Drohnenangriffs auf den Flughafen Leipzig/Halle verdichten sich die Hinweise auf ein Netzwerk mit Verbindungen nach Russland. Die Bundesregierung macht nach eigenen Angaben russische staatliche Stellen für den Anschlagsversuch verantwortlich. Innenminister Alexander Dobrindt erklärte auf einer Pressekonferenz, die Erkenntnisse der Behörden deuteten auf Personen hin, die im Auftrag aus Moskau gehandelt hätten.
Ermittler haben mehrere Verdächtige im Blick
Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung konnten die Sicherheitsbehörden inzwischen konkrete Tatverdächtige ausmachen. Laut einem Bericht der „Zeit“ wird gegen zwei Beschuldigte ermittelt. Einer von ihnen soll ein Belaruse sein, bei dem DNA-Spuren gesichert wurden. Demnach besitzt der Mann auch einen russischen Pass und soll bereits im Baltikum strafrechtlich aufgefallen sein.
Die Ermittler konnten laut den Recherchen auch seine Reisebewegungen nachvollziehen. Demnach soll er mit einem italienischen Touristenvisum in den Schengenraum eingereist sein. Das Visum sei Ende April an einer italienischen Auslandsvertretung in Minsk ausgestellt worden.
Spuren, Pässe und offene Fragen
Ein zweiter Mann soll demnach vor allem für Logistik und Anleitung zuständig gewesen sein. Er sei Ende Juli über den Berliner Flughafen BER nach Deutschland gekommen, anschließend mit einem Mietwagen nach Sachsen gefahren und zwei Tage vor dem gescheiterten Angriff wieder per Flugzeug ausgereist. Auch bei ihm gehen die Recherchen davon aus, dass er neben einem lettischen einen russischen Pass besitzt.
- DNA-Spuren wurden am Tatort und im Umfeld des Flughafens entdeckt.
- Die Spur führt laut Ermittlern zu mutmaßlichen Wegwerfagenten eines russischen Geheimdienstes.
- Ob die Verdächtigen jemals gefasst werden können, gilt als ungewiss.
Gerade das sorgt bei den Ermittlern für Skepsis. In früheren Fällen, etwa nach dem Bundestagshack 2015, konnten mutmaßliche Täter nicht festgenommen werden, weil sie nicht mehr nach Europa reisten. Auch diesmal spricht vieles dafür, dass mögliche Drahtzieher außerhalb des Zugriffs westlicher Behörden sitzen. Als politische Reaktion haben Dobrindt und Außenminister Wadephul bereits weitere Sanktionen gegen Russland angekündigt.
Quelle: Tagesschau