Russland holt Gewichtheber-WM
Russland soll 2030 in Moskau die Gewichtheber-WM ausrichten. Es ist das erste Mal seit 2022, dass ein olympischer Weltverband ein solches Sportereignis wieder an das Land vergibt.

Die Entscheidung sorgt international für Diskussionen: Russland wird 2030 die Weltmeisterschaften im Gewichtheben ausrichten. Das beschloss der Internationale Gewichtheberverband IWF. Austragungsort soll Moskau sein. Damit geht erstmals seit 2022 wieder ein sportliches Weltereignis einer olympischen Fachsportart an Russland.
WM in Moskau mit Olympia-Bedeutung
Besonders brisant: Das Turnier ist nicht nur eine Weltmeisterschaft, sondern zugleich ein Qualifikationswettbewerb für die Olympischen Spiele 2032 in Brisbane. Die IWF legte bei ihrer Abstimmung außerdem fest, dass Ahmedabad in Indien die WM 2029 ausrichten wird. IWF-Generalsekretär José Quinones sprach nach der Entscheidung von starken Bewerbungen und zeigte sich überzeugt, dass die Titelkämpfe in beiden Ländern erfolgreich verlaufen werden.
Aus Russland kam umgehend Zustimmung. Verbandschef Alexander Winokurow bedankte sich auf Telegram bei der IWF für das Vertrauen. Er verwies darauf, dass Russland Erfahrung mit großen internationalen Sportveranstaltungen habe und Moskau über die nötige Infrastruktur für Wettkämpfe auf höchstem Niveau verfüge.
Kritik aus der Ukraine, Zurückhaltung aus Deutschland
Deutlichen Protest gibt es dagegen aus der Ukraine. Sportminister Matwij Bidny kündigte an, offizielle Einsprüche sowohl bei der IWF als auch beim Internationalen Olympischen Komitee vorzubereiten. Er bewertet die Vergabe als beschämend und warnt vor einem Signal, wonach ein Land trotz Krieg in die internationale Sportwelt zurückkehren könne.
- 2030: Gewichtheber-WM in Moskau
- 2029: IWF-WM in Ahmedabad
- 2030er WM dient als Qualifikation für Olympia 2032
Der Bundesverband Deutscher Gewichtheber reagierte zurückhaltend. Gegenüber der Deutschen Welle sprach der Verband von einer komplexen Lage, die sorgfältig geprüft werden müsse. Zugleich dürfe die Komplexität nicht dazu führen, dass die grundlegenden Fragen und eine kritische Debatte über die Entscheidung ausbleiben. Russische Athletinnen und Athleten waren nach Dopingaffären und wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine lange nur eingeschränkt oder unter neutralem Status bei internationalen Wettbewerben zugelassen. Zuletzt wurden diese Hürden jedoch schrittweise gelockert.
Quelle: DW Deutsch