Neureuther bremst Hirscher
Zum Weltcup-Auftakt in Sölden ordnet Felix Neureuther die Lage im Ski-Zirkus ein. Den Verzicht von Marcel Hirscher nach Kreuzbandriss nennt er vernünftig – und spricht auch über Lindsey Vonn und Aleksander Aamodt Kilde.

Foto: abendzeitung
Vor dem alpinen Weltcup-Auftakt in Sölden hat Felix Neureuther die Rückkehrpläne mehrerer Ski-Größen eingeordnet – und dabei vor allem bei Marcel Hirscher eine klare Haltung gezeigt. Der frühere deutsche Topfahrer, der am Wochenende als ARD-Experte im Einsatz ist, hält Hirschers Verzicht auf einen Start für folgerichtig. Nach einem Kreuzbandriss fehle nicht nur Trainingszeit, sondern auch die Möglichkeit, Material und Abstimmung intensiv zu testen.
Klare Worte zu Hirscher
Aus Neureuthers Sicht ist Geduld im Skisport entscheidend, gerade nach einer schweren Verletzung. Wer in einer Disziplin unterwegs sei, in der permanent am Limit gefahren werde, könne sich überhastete Entscheidungen kaum leisten. Bei Hirscher komme erschwerend hinzu, dass er laut Neureuther sein Material noch nicht so habe entwickeln können, wie es für echte Konkurrenzfähigkeit nötig wäre. Deshalb sei es nur logisch, jetzt erst einmal abzuwarten und Schritt für Schritt zu prüfen, was möglich ist.
Auch bei Lindsey Vonn mahnt Neureuther zur Vorsicht. Zwar habe die Amerikanerin sich vom US-Verband auf die Liste der Fahrerinnen setzen lassen, ein echtes Weltcup-Comeback sei aber noch ein weiter Weg. Neureuther hebt dabei vor allem ihren außergewöhnlichen Ehrgeiz hervor: Wenn sie sich ein Ziel setze, verfolge sie es mit großer Konsequenz. Gerade nach einer schweren Verletzung könne ein solches Ziel im Kopf enorm wichtig sein.
Große Sorgen um Kilde
Besonders betroffen äußerte sich Neureuther über die Verletzung von Aleksander Aamodt Kilde, der sich die Achillessehne gerissen hat. Für ihn ist das ein harter Schlag und ein weiteres Beispiel dafür, wie brutal und ungerecht der Skisport sein kann. Dass eine solche Verletzung im Skischuh eher selten vorkommt, macht den Fall zusätzlich bemerkenswert.
- Marcel Hirscher: kein Start in Sölden nach Kreuzbandriss
- Lindsey Vonn: Comeback-Gedanken, aber weiter Weg zurück
- Aleksander Aamodt Kilde: Achillessehnenriss als nächster schwerer Rückschlag
Neureuther erinnert in diesem Zusammenhang auch an Aksel Lund Svindal, der eine ähnliche Verletzung schon überstanden und später wieder Erfolge gefeiert hatte. Hoffnung also gibt es im Ski-Zirkus immer – nur eben nicht per Schnellschuss.
Quelle: abendzeitung