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Sport3. November 2026, 17:01 Uhr · von Redaktion

Neuer Ärger um Infantino

FIFA-Präsident Gianni Infantino steht weiter unter Druck. Die UEFA verlangt Antworten zu Gehalt, Trump-Kontakten und gescheiterten Investorenplänen, während neue Berichte über übernommene US-Steuern für zusätzliche Unruhe sorgen.

Neuer Ärger um Infantino

Foto: Wikimedia Commons / United Nations Office on Drugs and Crime, CC BY 2.0

Bei der FIFA reißt die Debatte um Präsident Gianni Infantino nicht ab. Bis Montag hatte die UEFA dem Chef des Weltverbands eine Frist gesetzt und Aufklärung in gleich mehreren Punkten verlangt. Im Mittelpunkt stehen sein Vergütungspaket, Kontakte zu US-Präsident Donald Trump und die inzwischen gescheiterten Pläne, Teile der kommerziellen Rechte an WM-Turnieren an Investoren zu verkaufen.

Dokumente statt kompletter Antworten

Wie mehrere britische Medien berichten, kündigte FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström in einem Schreiben an die Mitglieder des FIFA-Councils nun Einsicht in interne Unterlagen an. Mitglieder des Gremiums sollen sich demnach anmelden können, um in den kommenden zwei Wochen am FIFA-Sitz in Zürich wichtige Dokumente zu den vor drei Monaten gestoppten Investorenplänen einzusehen. Gleichzeitig räumte die FIFA ein, dass nicht alle 42 Fragen aus dem UEFA-Brief fristgerecht beantwortet werden konnten.

Der europäische Verband sieht dennoch weiter erheblichen Klärungsbedarf. Gefordert werden laut Quelle unter anderem Antworten zu:

  • Infantinos persönlicher Vergütung
  • seinen geschäftlichen und politischen Beziehungen zu Trump und dessen Familie
  • der Unabhängigkeit von Rechts-, Wahl- und Ethikkommissionen innerhalb der FIFA
  • dem Umgang mit einem Disziplinarverfahren gegen den US-Stürmer Folarin Balogun während der WM

Brisant ist vor allem auch der gescheiterte Investorenplan. Infantino hatte im Sommer nach massivem Widerstand den Vorschlag zurückgezogen, 20 Prozent der kommerziellen Rechte an der WM und weiteren Wettbewerben für mehr als vier Milliarden US-Dollar zu veräußern. Die UEFA hatte zuletzt sogar US-Bundesgerichte eingeschaltet, um Vorladungen für Dokumente und eidesstattliche Aussagen zu diesem Projekt zu ermöglichen.

Neue Vorwürfe zu Steuern in den USA

Parallel sorgt nun eine weitere Causa für Unruhe. Recherchen der „New York Times“ und von „Le Monde“ legen nahe, dass die FIFA zwischen 2024 und 2026 Steuern für Infantino in Höhe von vier Millionen US-Dollar übernommen haben soll. Hintergrund ist laut den Berichten sein Umzug von der Schweiz nach Miami vor der WM 2026, wo für ihn höhere Einkommensteuern angefallen wären. Der Verband weist Fehlverhalten zurück. Für Infantino, der die FIFA seit 2016 führt und 2027 für eine vierte Amtszeit kandidieren will, wird die Lage damit dennoch immer unangenehmer.

Quelle: ORF