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Musik & Film4. November 2026, 09:01 Uhr · von Redaktion

Lucky Luke wird 80

Zum 80. Geburtstag bekommt Lucky Luke ein neues Album. In „Heiliger Lucky“ greift Autor Jul aktuelle Themen wie Verschwörungsglauben, Fan-Kulte, Rassismus und Tierquälerei auf und rückt den Cowboy näher an die Gegenwart.

Lucky Luke wird 80

Foto: Jmh2o / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Lucky Luke feiert seinen 80. Geburtstag – und der Cowboy soll dabei alles andere als eine Figur von gestern sein. Im neuen Band „Heiliger Lucky“ machen Autor Jul und Zeichner Achdé aus dem Westernhelden eine Figur, die sich mit Themen beschäftigt, die klar ins Heute weisen. Statt reiner Nostalgie gibt es ein Abenteuer, das mit Starkult, religiösem Eifer und dem Hang zu absurden Erzählungen spielt.

Im Mittelpunkt stehen die Orte Faith und Beliefs Junction, deren Bewohner Lucky Luke geradezu verklären. Weil er mit Tieren sprechen kann, schneller zieht als sein eigener Schatten und die Menschen auch noch vor einer Heuschreckenplage bewahrt, entsteht dort prompt eine Art neuer Glaube: der „Lukismus“. Der Cowboy selbst steht dieser Rolle allerdings eher ratlos gegenüber. Schon zu Beginn trifft er zudem auf einen Farmer, der an eine flache Erde glaubt – ein klarer Verweis auf heutige Verschwörungserzählungen.

Wilder Westen trifft Gegenwart

Jul, der seit 2016 die Geschichten der Reihe schreibt, setzt bewusst auf diese Spiegelungen. Die im Album neu verlegte Telegrafie funktioniert dabei sinnbildlich wie das Internet: Nachrichten, Gerüchte und Unsinn verbreiten sich rasant. Auch die Heuschreckenplage ist kein bloßer Einfall, sondern historisch verankert – sie hat es 1874 in Kansas tatsächlich gegeben.

  • Neues Album: „Heiliger Lucky“
  • Themen: religiöse Kulte, Starkult, Verschwörungsglauben
  • Historischer Bezug: Heuschreckenplage in Kansas 1874

Eine Reihe im ständigen Wandel

Dass Lucky Luke gesellschaftliche Themen aufgreift, hat Tradition. In den Anfangsjahren war die Serie vor allem als humorvolle Western-Parodie angelegt. Spätestens ab 1955 bekam sie jedoch eine deutlich aktuellere Note, nicht zuletzt durch René Goscinny, der die Stoffe stärker mit relevanten Fragen seiner Zeit verknüpfte. Jul knüpft genau daran an und versteht es als Verantwortung, einer so populären Reihe auch heute noch etwas mitzugeben.

Auch Lucky-Luke-Kenner Horst Berner sieht diese Entwicklung. Er verweist etwa auf das Album „Der Kaiser von Amerika“ von 1976, das heute fast wie eine satirische Vorahnung auf politische Inszenierungen in Washington wirke. So zeigt sich zum Jubiläum vor allem eines: Lucky Luke bleibt in Bewegung – und sein Ritt durch den Westen führt längst mitten hinein in die Debatten der Gegenwart.

Quelle: Tagesschau