Joachim Lottmann ist tot
Der Schriftsteller und Journalist Joachim Lottmann ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Der in Wien lebende Autor machte 2024 seine Krebserkrankung öffentlich und dokumentierte sie zuletzt online.

Foto: Wikimedia Commons / Ulrich Lottmann, CC BY-SA 4.0
Der deutsche Schriftsteller und Journalist Joachim Lottmann ist tot. Das wurde laut dpa aus seinem persönlichen Umfeld bestätigt. Der Autor wurde 70 Jahre alt.
Lottmann wurde 1956 in Hamburg geboren und wuchs in Bayern auf. Er studierte Theatergeschichte und Literaturwissenschaft, bevor er sich als Autor, Journalist und Reporter einen Namen machte. Bekannt war er vor allem für Texte, in denen er autobiografische Elemente mit erfundenen Passagen verband.
Früher Popliteratur-Präger
Besonders sein Debütroman „Mai, Juni, Juli“ aus dem Jahr 1987 gilt als wichtiges Werk der deutschen Popliteratur. Später veröffentlichte er mehrere weitere Bücher, darunter:
- „Deutsche Einheit“
- „Die Jugend von heute“
- „Der Geldkomplex“
- „Endlich Kokain“
- „Alles Lüge“
Zuletzt erschien mit „Port Stanley ist gefallen“ ein weiteres Buch des in Wien lebenden Autors. 2024 war bei ihm Krebs festgestellt worden. Lottmann ging mit der Diagnose offen um und teilte damals auch mit, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibe.
Erkrankung zuletzt öffentlich dokumentiert
Seine letzten Monate verbrachte Lottmann in Wien. Zuletzt befand er sich in einem Hospiz. Seit Anfang 2026 hielt er seinen Krankheitsverlauf im Internet unter dem Titel „Langweiliges Tagebuch“ fest. Mit seinem Tod verliert die deutschsprachige Literaturszene eine markante und oft eigenwillige Stimme.
Quelle: ORF