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Politik22. Oktober 2026, 07:01 Uhr · von Redaktion

Israel spaltet Amerikas Wahlkampf

In den USA bröckelt die Unterstützung für Israel, vor allem bei jüngeren Wählern. Das bringt Demokraten und Republikaner kurz vor wichtigen Wahlen in eine heikle Lage.

Israel spaltet Amerikas Wahlkampf

Das Verhältnis zu Israel wird in den USA immer mehr zum politischen Minenfeld. Laut Umfragen nimmt die Solidarität mit dem engen Verbündeten ab, besonders bei jüngeren Amerikanerinnen und Amerikanern. Für Demokraten und Republikaner ist das mitten im Wahlkampf ein heikles Thema, weil es die eigenen Lager spaltet.

Junge Demokraten gehen auf Distanz

Bei den Demokraten zeigt sich der Wandel besonders deutlich an neuen Gesichtern. Die Aktivistin Darializa Avila Chevalier, die schon bei den Gaza-Protesten an der Columbia University auffiel, kandidiert jetzt in Harlem für den US-Kongress. Als Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu im September zur UN-Generalversammlung nach New York kam, protestierte sie erneut und wurde dabei auch festgenommen.

Auch andernorts wächst der Druck auf die Partei. In Michigan setzte sich der Senatskandidat Abdul El-Sayed in den Vorwahlen gegen eine langjährige Israel-Unterstützerin durch. Gleichzeitig versuchen Republikaner, ihn als Extremisten und Antisemiten darzustellen. New Yorks neuer Bürgermeister Zohran Mamdani gilt ebenfalls als wichtige Figur des israelkritischen Flügels. Er wirft Israel zwar einen Genozid in Gaza vor, hat aber zugleich ein Programm gegen Antisemitismus gestartet. Selbst sein Auftritt bei einer Mahnwache zum 7. Oktober brachte ihm scharfe Kritik aus dem eigenen Umfeld ein.

Auch Trumps Lager ist gespalten

Doch nicht nur die Demokraten ringen mit dem Thema. Bei den Republikanern verläuft der Konflikt vor allem über den Iran-Krieg. Dabei prallen zwei Lager aufeinander:

  • Christliche Zionisten, die Israel als Heiliges Land sehen und militärische Unterstützung befürworten
  • America-First-Anhänger, die ein Ende der US-Kriege im Nahen Osten fordern

Präsident Donald Trump hat mit dem Krieg gegen Iran Teile seiner Basis gegen sich aufgebracht, zumal im Wahlkampf auch die Energiepreise stark steigen. Der frühere Fox-News-Moderator Tucker Carlson ging deshalb öffentlich auf Distanz zu Trump und warf Israel vor, die US-Politik zu beeinflussen. Genau dort wird es besonders brisant: Aus solcher Kritik werden schnell antisemitische Verschwörungserzählungen, die laut Bericht von MAGA-Influencern im Netz weiterverbreitet werden.

Quelle: Tagesschau