Hamburgs Eis wird knapp
Der Eissport in Hamburg steht massiv unter Druck: In diesem Winter bleibt den vier Vereinen nur noch eine Eisfläche in Farmsen. Eine zugesagte Übergangslösung am Steinwiesenweg fällt aus.

Foto: kallerna / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Für Hamburgs Eissport wird die Lage immer ernster. In diesem Winter steht den vier Hamburger Vereinen nur noch eine Eisfläche zur Verfügung: die bereits als marode beschriebene Halle in Farmsen. Damit spitzt sich eine Entwicklung zu, die sich seit Jahren angedeutet hat.
Nur noch Farmsen bleibt
Betroffen sind die Crocodiles, der HSV, der Altonaer Schlittschuhläufer-Verein und die Sailors. Schon länger müssen viele Sportler auf Hallen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein ausweichen und dafür weite Wege in Kauf nehmen. Die frühere Fläche im Volkspark ist inzwischen Geschichte, auch das Eis im Sportpark Stellingen ist abgetaut. Eine zusätzlich geplante, zeitweise nutzbare Fläche am Steinwiesenweg wird nun ebenfalls nicht kommen.
- Nur noch eine nutzbare Eisfläche in Hamburg
- Vier Vereine teilen sich die Halle in Farmsen
- Ausweichfahrten in andere Bundesländer laufen bereits
Kritik an der Stadt wächst
Besonders groß ist der Ärger darüber, dass die Stadt zwar eine temporäre Ersatzlösung zugesagt hatte, diese aber nicht umgesetzt wird. Als Begründung heißt es, auf die Ausschreibung habe sich kein Unternehmen beworben. Für viele Beteiligte ist das zu wenig. Der Vorwurf: Hamburg lasse den Eissport im Stich und zeige keinen erkennbaren politischen Willen, kurzfristig oder dauerhaft für Entlastung zu sorgen.
Entsprechend beschädigt ist auch das Bild der selbst ernannten Sportstadt. Hinter den Kulissen wächst die Enttäuschung über SPD und Grüne, während aus der Opposition ein neuer Vorschlag kam: Die CDU brachte zuletzt eine temporäre Eisfläche in den Messehallen als mögliche Übergangslösung ins Gespräch. Ob daraus mehr wird, ist offen. Klar ist nur: Für den Eissport in Hamburg wird die Luft auf dem Eis immer dünner.
Quelle: abendblatt