Alarm nach Berlin-Hack
Nach dem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung wächst der Druck aus der Bundespolitik. Laut Berichten wurden auch sensible Daten zu Bundeswehr und kritischer Infrastruktur veröffentlicht.

Foto: Wikimedia Commons / Heinrich-Böll-Stiftung from Berlin, Deutschland, CC BY-SA 2.0
Der Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung zieht jetzt auch auf Bundesebene heftige Reaktionen nach sich. In Berlin und im Bund läuft eine intensive Prüfung der Systeme, nachdem eine Hackergruppe gestohlene Daten aus dem Landesnetz veröffentlicht hat. Besonders brisant: Nach Medienberichten geht es nicht nur um Verwaltungsdaten, sondern auch um hochsensible Informationen zur kritischen Infrastruktur und zur Bundeswehr.
Druck auf Politik und Behörden wächst
Aus dem Bundestag kommen nun deutliche Forderungen nach Konsequenzen. Der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Konstantin von Notz spricht von einem massiven Datenleck und verlangt personelle Folgen, falls Schutzvorgaben bewusst missachtet worden sein sollten. Gleichzeitig sieht er auch die Bundesregierung in der Pflicht, weil bekannte Sicherheitsprobleme nach seiner Darstellung trotz mehrfacher Warnungen nicht geschlossen worden seien.
Noch schärfer äußert sich CDU-Sicherheitsexperte Roderich Kiesewetter. Er warnt vor einem Vorfall, dessen Folgen derzeit kaum abzuschätzen seien. Nach seiner Einschätzung könnten die veröffentlichten Informationen zur Gesamtverteidigung für feindliche Staaten oder auch Terroristen interessant sein und im schlimmsten Fall für Sabotage oder Anschläge missbraucht werden.
Was bislang bekannt ist
- Eine Hackergruppe stahl Daten aus dem Berliner Landesnetz.
- Mit dem Material wurde die Landesregierung erpresst.
- Nach Ablauf eines Ultimatums wurde am Freitag ein Datenpaket veröffentlicht.
- Medien berichten über sensible Inhalte zu Bundeswehr, kritischer Infrastruktur und dem Erweiterungsbau des Kanzleramts.
Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte inzwischen, dass die Datensysteme nun intensiv überprüft würden. Außerdem verfolge man die Ermittlungen sehr genau. Klar ist schon jetzt: Der Cyberangriff ist längst kein reines Berliner Problem mehr, sondern beschäftigt die Sicherheitspolitik in ganz Deutschland.
Quelle: Tagesschau