63 Klone einer Polo-Legende
In Argentinien ist das Klonen von Polopferden längst ein Millionengeschäft. Von der 2006 eingeschläferten Stute Cuartetera gibt es inzwischen 63 Klone, ihr Besitzer Adolfo Cambiaso setzte sie sogar bei Turnieren ein.

Foto: Yaffa Phillips / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0
Was wie Science-Fiction klingt, ist im argentinischen Polosport längst Alltag: Von der berühmten Stute Cuartetera, die 2006 eingeschläfert wurde, existieren heute 63 Klone. Ihr Besitzer, der Polostar Adolfo Cambiaso, liess nach dem Tod des Tieres Hautzellen einfrieren. Unterstützung bekam er vom texanischen Unternehmer Alan Meeker, mit dem über die Firma Crestview in den USA die ersten Klone entstanden.
Vom Ausnahme-Pferd zur Serienproduktion
Der erste Klon von Cuartetera kam 2010 zur Welt. Nur wenige Jahre später machte Cambiaso den nächsten grossen Schritt: Beim traditionsreichen Palermo Open trat er 2016 mit einem Team an, das ausschliesslich aus Cuartetera-Klonen bestand. Nach seinen Angaben ähneln die Tiere dem Original in Temperament und Reaktionen sehr stark.
Inzwischen ist die Technik auch in Argentinien selbst angekommen. Dort werden Klonpferde heute im grossen Stil in Laboren gezüchtet. Das ist nicht nur sportlich interessant, sondern vor allem wirtschaftlich hoch attraktiv. Bereits 2010 wurde ein Cuartetera-Klon im Alter von nur drei Monaten für 800'000 US-Dollar versteigert.
So läuft das Klonen ab
- Eine Eizelle einer Spenderstute wird entkernt.
- Dem zu klonenden Tier werden Fibroblasten entnommen.
- Das Erbgut kommt in die leere Eizelle.
- Der Embryo wird einer Empfängerstute eingesetzt.
Seit 2012 erlaubt der Weltverband für Pferdesport das Klonen von Polopferden. Nach Angaben des Veterinärmediziners Dominik Burger lag der Fokus anfangs vor allem darauf, wertvolle Zuchttiere zu vervielfachen oder kastrierte Tiere wieder für die Zucht nutzbar zu machen. Später rückten auch erfolgreiche Sportpferde in den Mittelpunkt.
Ganz identisch mit dem Original sind Klone aber nicht. Zwar teilen sie weitgehend denselben genetischen Bauplan, doch Umwelt, Aufzucht, Fütterung und Training spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Gerade im Polo entscheidet also nicht nur die DNA, sondern auch, wie ein Pferd gefördert wird.
Quelle: SRF